Brücken des Lichtes – Klangräume jüdischer Kultur

Brücken des Lichtes – Klangräume jüdischer Kultur

30.10.2026 von Albrecht Koch

Oratorienkonzert mit Werken von Felix Mendelssohn Bartholdy und Leonard Bernstein sowie einer Uraufführung von Amir Shpilman

Im Rahmen von TACHELES. Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026 lädt der Freiberger Dom am 15.11. um 16 Uhr zu einem besonderen Oratorienkonzert ein. Drei Werke aus unterschiedlichen Epochen treten in einen musikalischen Dialog: Sie erzählen von Hoffnung und Zuversicht, von jüdischer Tradition und europäischer Musikgeschichte, von Erinnerung und der Suche nach Frieden.

Mit Felix Mendelssohn Bartholdys Sinfonie Nr. 2 „Lobgesang“ erklingt ein Werk, das den Weg aus der Dunkelheit zum Licht musikalisch gestaltet. Mendelssohns eigene Familiengeschichte, geprägt von jüdischen Wurzeln und christlicher Tradition, spiegelt sich in einer Musik, die unterschiedliche kulturelle und geistige Erfahrungen verbindet.

Leonard Bernsteins Chichester Psalms führen unmittelbar in die jüdische Klangwelt. Das 1965 uraufgeführte Werk vertont hebräische Psalmen und verbindet deren spirituelle Kraft mit einer unverwechselbaren, modernen musikalischen Sprache. Rhythmische Energie, lyrische Passagen und die besondere Klangfarbe der hebräischen Sprache machen es zu einem eindrucksvollen Bekenntnis zu Frieden und Verständigung.

Im Zentrum des Konzerts steht die Uraufführung von „El male Rachamim“ des israelischen Komponisten Amir Shpilman, der heute in New York lebt. Das Auftragswerk des Freiberger Doms ist ein symphonisches Requiem, das auf dem jüdischen Gebet für die Seelen der Verstorbenen basiert. Vier Solistinnen und Solisten bilden darin eine gemeinsame menschliche Stimme, deren Ausdruck sich zwischen den einzelnen Stimmen bewegt. Chor und Orchester greifen ihre Worte auf und umgeben sie mit musikalischen Resonanzen.

Shpilman versteht das Werk als zutiefst menschliche und zugleich intime Auseinandersetzung mit Trauer, Zärtlichkeit und Erinnerung. Aus dem Gebet soll sich eine Erfahrung entwickeln, die schließlich auch Raum für Frieden eröffnet. Dabei stehen die persönliche Ausdruckskraft und die individuelle Gestaltung der Solistinnen und Solisten im Mittelpunkt – nicht das Dramatische, sondern das authentisch Menschliche.

Eine besondere Bedeutung erhält das Konzert auch durch die erstmalige Zusammenarbeit der Stadtkantorei Darmstadt mit dem Freiberger Domchor. Die beiden Städte verbindet eine Partnerschaft, die mit diesem musikalischen Projekt eine neue kulturelle Dimension erhält. Das Konzert wird am darauffolgenden Wochenende in Darmstadt wiederholt.

Als Solistinnen und Solisten wirken zwei Knaben der Freiberger Domkurrende und Sonja Grevenbrock (Sopran), Annekathrin Laabs (Mezzosopran) sowie Theodore Browne (Tenor) und Cornelius Uhle (Bass) mit. Gemeinsam mit dem Freiberger Domchor, der Stadtkantorei Darmstadt und der Mittelsächsischen Philharmonie musizieren sie unter der Leitung von Domkantor Albrecht Koch.

Die Eintrittspreise liegen bei 20, 17,50, 15 und 11 Euro; Ermäßigungen betragen jeweils 2 Euro. Karten sind im Vorverkauf im Domladen und über Reservix.de erhältlich. An der Abendkasse wird ein Zuschlag von 2 Euro erhoben.

„Brücken des Lichtes“ versteht Musik als Raum der Begegnung: zwischen Tradition und Gegenwart, zwischen unterschiedlichen kulturellen Erfahrungen und zwischen Menschen. Das Konzert macht jüdische Kultur in ihrer historischen Tiefe und lebendigen Gegenwart hörbar – und lädt dazu ein, sich von ihrer musikalischen und spirituellen Kraft berühren zu lassen.

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