25.04.2026
über 1. Mose 31-32 (Lut17); gehalten im Freiberger Doms St. Marien von Konfirmandinnen und Konfirmanden des Freiberger Doms
A: Liebe Gemeinde,
Zurzeit beschäftigen uns sehr die Kriege im nahmen Osten, zwischen Iran und USA und Israel und immer noch in der Ukraine. Ganz viele Menschen leiden darunter. Von den Eltern kriegen wir mit, dass die Benzin- und Rohstoffpreise hoch sind. Das macht Angst, das macht traurig, ja sogar wütend. Heute geht es also um Krieg und Frieden und wir sehen uns eine biblische Geschichte an, die uns zeigt, wie wir in so einer Situation der Auseinandersetzung, mit so vielen Eindrücken und Gefühlen umgehen können.
Am Anfang haben wir im Lied vom Frieden gesungen, die Kurrende hat von Jesu Frieden gesungen und wir haben gehört, dass sich Jesus den Frieden wünscht. Aber was ist eigentlich überhaupt Frieden? Frieden ist ja ein Wort, das im Gegensatz zum Wort Krieg steht. Daher bekommen Sie jetzt eine kleine Aufgabe:
Nehmen Sie Ihr Handy und gehen Sie auf dem Liedblatt auf den QR-Code. Ordnen Sie die Begriffe zu.
B: Vieles was furchtbar und schrecklich ist, z.B. Zerstörung, Waffen, Trauer oder Angst, steht auf der rechten Seite bei Krieg. Auf der linken Seite, beim Frieden, hingegen stehen positive Werte: Nächstenliebe, Gerechtigkeit, Respekt, helfen, Gemeinsamkeit.
Und Sie sehen an diesen beiden Spalten: wir sind normalerweise den Frieden gewohnt. Den Krieg kennen wir in der Regel aus den Medien, dem Fernsehen, dem Internet – zurzeit ja v.a. aus dem Iran oder der Ukraine (und manche Eigenschaften auch aus persönlichen Konflikten). Und das heißt: da gibt es eine große Unsicherheit. Wir wohnen hier in Freiberg im Frieden aber wir wissen: der Krieg ist gar nicht so weit weg. Wir nehmen die Menschen wahr, die durch Kriege flüchten müssen, weil das Leben in ihrer Heimat oft unerträglich geworden ist. Die Benzinpreise sind zurzeit sehr hoch. Und dann immer diese verborgene Angst, ob so ein Krieg irgendwann auch nach Deutschland kommt, obwohl ich das Gefühl habe, dass es uns ja trotzdem noch gut geht im Alltag. Und dann die Frage: was soll ich, was kann ich überhaupt tun?
C: Es gibt eine Geschichte in der Bibel, die auf diese Frage Antworten geben kann. Es ist eine Geschichte um die zwei Brüder Jakob und Esau zwischen denen es fast zum Krieg kommt. Manche von Ihnen haben sicher schon von den beiden gehört. Sie waren die Söhne von Isaak und Rebecca und lebten vor sehr, sehr langer Zeit in Israel. Um die Geschichte besser zu verstehen muss man zwei Sachen wissen. Zum einen: Esau war der ältere Bruder, er wird als wilder Naturbursche beschrieben, der am ganzen Körper mit roten Haaren bedeckt war und Jakob war der jüngere Bruder und etwas pfiffiger. Die beiden hatten sich völlig zerstritten und Jakob ist aus Furcht in ein weit entferntes Land gezogen. Die Geschichte, um die es jetzt geht fängt damit an, dass Jakob nach vielen Jahren wieder in seine Heimat zurückkehren wollte – er war inzwischen Lebenserfahren und ein reicher Mann geworden, er besaß ganz viele Tiere und eine große Familie mit Knechten und Mägden. Hören Sie die Geschichte nach 1. Mose 31:
D: Verlesung Predigttext 1. Mose 31-32 (nach I. Weth: Neukirchener Kinder-Bibel…, 15. Durchgesehen Auflage…, Neukirchen-Vluyn 2004)
E: Eine Geschichte, die Mut macht:
Es ist klar, dass wir hier am Freiberger Dom nicht die Kriege zwischen USA und Iran oder Russland und der Ukraine verhindern können. Aber trotzdem lassen sich einige Gedanken aus dieser Geschichte mitnehmen. Also Antworten auf die Fragen: was soll ich jetzt tun? Was kann ich tun?
- A: Jakob hat seinem Bauchgefühl vertraut. Er ist mutig den Weg zu seinem Bruder gegangen. Diesen Mut nehmen wir mit und wünsche ihn euch – gerade, wenn Sie vielleicht unsicher sind, wenn Sie Angst haben, wie es weitergeht mit dem Krieg, mit den immer teureren Rechnungen – aber auch im Alltag.
- B: Wir wünschen uns und Ihnen, dass da gute Begleiter sind – so wie Jakob Gott. Auch wenn wir vielleicht nicht gerade immer von Gott träumen, so haben wir doch die Möglichkeit, dass wir beten. Und wem das nicht gelingt, der kann ja auch andere liebe Menschen um sich herum um Begleitung oder Rat fragen. Auch Jakob ist ja mit seiner großen Familie gemeinsam aufgebrochen.
- C: Und zuletzt: Frieden ist das, was sich Gott offenbar am Ende wünscht. Wenn ich also frage „was soll ich tun?“, dann hilft es mir zu überlegen: dient das jetzt dem Frieden. Und das gilt im Großen genauso wie im Alltag hier am Dom, zuhause oder in unserer Stadt Freiberg. Amen.
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