06.04.2026
über das Thema Labyrinth; gehalten im Freiberger Dom St. Marien von Dr. Gunnar Wiegand, Pfarrer des Freiberger Doms
Liebe XXX, lieber XXX, liebe Gemeinde,
Labyrinthe und Irrgärten haben mich seit klein auf fasziniert… ich habe sie oft selber gezeichnet… verwirrend, ja Angst machend… wo sich der Weg in den Gängen verliert… da kommen mir Bilder in den Sinn vom Stierwesen Minotauros in Kreta… oder der trimagische Irrgarten in Harry Potter und der Feuerkelch voller Nebel und Illusionen, voller Gefahr… für mich der Ausdruck der inneren Angst… der Panik… nicht mehr hinauszukommen.
Und dann sind da aber auch die echten Labyrinthe mit vorgezeichnetem Weg. In meiner alten Wirkungsstätte in Pirna gab es so eins… oder in der nähe in Grumbach im Haus der Stille im Garten… da geht es hinein… sieben Windungen hin- und zurück… aber zielführend… zur Mitte… oft als Kreuz gestaltet … und wieder zurück… solche echten Labyrinthe zieren Kathedralen in Lucca oder in Chartre oder Amiens… bevor man so richtig in das Langhaus des Doms eintritt… sie laden ein, sie zu durchschreiten… nachzudenken… zur Ruhe zu kommen… sich auf das Wesentliche besinnen… für uns Christen natürlich Jesus Christus… und symbolisch eine Läuterung zu durchwandern… ja, sie symbolisieren die Taufe… so wie ihr sie heute empfangen habt… wie das Wasser in das man eintaucht und wieder frisch hervorkommt…
Ein Labyrinth habt ihr mit mir gestaltet… während unseres Gesprächs… und dann mussten wir alles abändern… es hat nicht funktioniert… wir haben aus dem Labyrinth einen Faden der Ariadne gemacht… sozusagen der Leitfaden… die Orientierung in den Windungen… das war herausfordernd… eigenartig… aber wir haben es am Ende gemeinsam geschafft…. Und leider gar nicht mehr durchschritten…
Ihr habt nun nach einer Wegstrecke durch den Glaubenskurs mit vielen Gedanken, Impulsen, ja und verbliebenen offenen Fragen den Weg hierher gefunden… ihr habt das Labyrinth des Glaubens durchschritten… ihr seid durch die Taufe zu Jesus, zur Mitte gekommen… und nun könnt ihr ihn selber bekennen… so wie wir es in diesem Gottesdienst gemeinsam getan haben „Halleluja. Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden“… auch für euch… ja, der Weg geht jetzt weiter ohne den Glaubenskurs… aber mit Christus im Herzen… mit der Gemeinde an der Seite… euer spannendes Leben mit dem Sport (v.a. im Fußball), aber auch mit euren vielen Aktivitäten geht weiter… ja, das Labyrinth des Lebens bleibt da… aber mit der Taufe habt ihr so einen Faden der Ariadne... wie wir ihn gemeinsam im Untermarkt 5 gelegt haben… und das heißt für euch, wie für die ganze Gemeinde:
- Freiheit… in der ihr euch aber nicht verlieren müsst.
- Ihr könnt die Ängste des Labyrinths des Lebens ablegen… ihr habt Christus auf eurer Seite.
- Ihr habt diese Gemeinschaft der Kirche, die für euch da ist.
- Auch eure Taufspräche und Taufkerzen begleiten euch… sie erinnern euch immer an diese heutige Taufe und an Jesus Christus.
Und dann möchte ich euch noch etwas mitgeben… diese Meditation durch den Weg des Labyrinths, das ihr an jeder der 7 Wendungen beten könnt:
· Ich bin, weil Du Dein JA zu mir gesagt hast am Anfang der Zeit. · Ich brauche dein Du, damit mein Ich wachsen kann zu meiner Bestimmung. · Ich habe einen Grund, der mich trägt - in Dir darf ich ihn finden und entdecken. · Ich weiß um den Abgrund, der mich begrenzt. Du bist dort, lotest ihn aus. · Ich aber bin getrennt von Dir, bis ich nach Hause finde – zu Dir gelange. · Ich finde in Dir, Christus mein Du. Denn Du starbst für mich am Kreuz. · Ich darf umkehren und das neue Leben mit Dir wagen, getauft in Deinen Tod. | · Ich habe Deine Verheißung, die mich mit dem Wasser der Taufe umfließt. · Ich habe eine Hoffnung, die stärker ist als der Tod. Du hast den Tod besiegt. · Ich habe eine Zukunft, weil Du lebst und auch mir neues Leben erschließt. · Ich habe durch Dich Geschwister: Wir alle gehören zu dir. · Ich bin begabt zur Gemeinschaft durch Deinen Geist. · Ich darf die Liebe, die Du gibst, an alle verschenken - an jede und jeden. · Wir dürfen werden, wozu Du uns machst: Deine Menschenkinder. |
(zitiert nach Glaubenskurs Westfalen)
Amen.
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