Andacht zum Wochenspruch, 6. September 2026

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Andacht zum Wochenspruch, 6. September 2026

05.09.2026

von Theresa Matthes, Schulbeauftragte im Kirchenbezirk Freiberg

„Lobe den HERRN meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.“ Psalm 103,2

Liebe Leserinnen und Leser!

Wenn wir den Wochenspruch lesen, singt und schwingt sofort der bekannte Kanon in uns: „Lobe den Herrn, meine Seele, und seinen heiligen Namen. Was er dir Gutes getan hat, Seele vergiss es nicht, Amen.“ Die Mutigen unter Ihnen stimmen den Refrain doch gleich mal an! Und los:  „Lobe den Herrn, meine … 

Wie ging es Ihnen jetzt damit? Haben Sie leichten Herzens mit eingestimmt oder haben Sie heute eigentlich keinen Anlass zum Loblieder trällern? Sind wir ehrlich: Es gibt Tage, da ist mir so gar nicht nach Singen. Und ein Dankgebet, das muss doch aus tiefstem Herzen kommen und nicht angeordnet werden. Oder? Doch spüren Sie mal: Sind jetzt vielleicht anders da, als vor dem Beginn der Andacht? Sie haben mal kräftig durchgeatmet, Gemeinschaft erlebt und gemerkt, dass der Sitznachbar vielleicht auch nicht ganz jeden Ton trifft, so wie Sie. Wie tröstlich. Der Tag ist schon ein wenig heller geworden. 

Der Wochenspruch will uns erinnern, dankbar zu sein. Denn es ist immer das Gleiche: Geht es uns schlecht, dann vergessen wir, was uns im Leben schon alles Gutes geschenkt wurde. Dann sehen wir nur das Schwere und meinen, Gott habe uns vergessen. Geht es uns wieder gut, dann ist das für uns selbstverständlich. Gemäß dem Motto: „Nicht gemeckert ist genug gelobt!“ Die biblischen Geschichten, die diesem Sonntag zugeordnet sind, erinnern uns daran, die Dankbarkeit nicht zu vergessen. 

Da wird im Lukasevangelium von zehn Menschen erzählt, die an Aussatz erkrankt waren. Sie mussten außerhalb der Stadt, außerhalb von Familie und Gesellschaft leben, um niemanden anzustecken. Es bedeutete allein, nur unter Kranken, zu leben und auf milde Gaben angewiesen zu sein. Sie waren völlig ausgeschlossen. Jesus machte sie wieder gesund und ermöglichte ihnen, ihr normales Leben wieder aufzunehmen. Was meint ihr, wie viele von ihnen zu Jesus kamen, um sich bei ihm zu bedanken? Einer. Einer ist umgekehrt und hat seine Dankbarkeit und Freude ausgedrückt. 

Menschen, die dankbar auf ihr Leben blicken, sind glücklicher. Ihr Herz ist von Gottes gutem Geist erfüllt. In diesem Geist sind wir Gottes Kinder. Und Kinder bitten ihre Mutter, ihren Vater, vertrauensvoll, weil sie erleben, bei ihnen gut aufgehoben zu sein. So dürfen wir auch zu Gott beten, weil wir von ihm Gutes erwarten. Wir erinnern uns dabei an all die Dinge, die wir von ihm bereits empfangen haben. Eine solche Haltung lässt unser Herz weit und froh werden. 

So erging es Zachäus. Wir stellen ihn uns als knauserigen Mann vor, der die Menschen um ihr Geld betrügt und deswegen allein und trotz seines Reichtums ziemlich armselig lebt. Jesus schreitet über seine soziale Ausgrenzung hinweg. Er besucht ihn zuhause und isst mit ihm zu Abend. Die Erfahrung, als Mensch angenommen zu sein, macht Zachäus glücklich. Aus dieser großen Dankbarkeit heraus teilt er nun großzügig aus und macht seine Fehler wieder gut. Er hat den Weg zurück in die Gemeinschaft gefunden. Zachäus ließ zu, dass die Gottesbegegnung sein Leben zum Guten veränderte. 

Eine weitere Bibelgeschichte erzählt von Jakob, dem diebischen Glückspilz: Er, der Liebling der Mutter, betrügt seinen Bruder Esau um den Segen des Vaters. Daraufhin muss er fliehen. Später wird er selbst überlistet, als er sieben Jahre länger bei Laban um seine Frau dienen muss. Doch mit Geschick kommt er zu Reichtum, kehrt am Ende in seine Heimat zurück und versöhnt sich mit dem Bruder. In der alttestamentlichen Lesung wird uns von der Himmelsleiter berichtet, die Jakob im Traum sieht. Gott verspricht, immer bei ihm zu sein, egal wo er hinzieht. Jakob hätte dies als bloßen Traum in seinem Herzen bewahren und dann vielleicht schnell vergessen können. Er hatte auch genug Anlass zu Klagen über Dinge in seinem Leben. Doch ich denke, sein Glück kommt auch dadurch zustande, dass er diesen Segen Gottes sichtbar werden lässt: Er baut einen Stein-Altar an dieser Stelle. Nicht nur dort, sondern auch an anderen wichtigen Punkten seines Lebens. Das sind sichtbare Erinnerungen an Versprechen und Segnungen. 

Möchtet ihr euch heute auch ein sichtbares Zeichen machen, für all das Gute, das Gott bereits geschenkt hat? Ein Danke-Denkmal? Es erinnert daran, auch an „normalen“ oder schweren Tagen eine dankbare Haltung zu finden. 

Amen.

Gebet

Guter Gott, ich danke dir für alles, was du in mein Leben gelegt hast. So viel Segen kam von dir. Verzeih, wo ich das nicht sehen konnte und hilf mir, jeden Tag ein Grund zum dankbar sein zu finden.

Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen.

Segen

Gott spricht: Und siehe, ich bin mit dir und will dich behüten, wo du hinziehst. (…) Denn ich will dich nicht verlassen, bis ich alles tue, was ich dir zugesagt habe. Amen.

Herzlich grüßt Sie,

Theresa Matthes

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