Andacht zum Sonntag Sexagesimae, 8. Februar 2026

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Andacht zum Sonntag Sexagesimae, 8. Februar 2026

07.02.2026

von Sabine Fischer (Gemeindepädagogin und Kantorin im Kirchspiel Osterzgebirge)

Wochenspruch:
“Heute, wenn ihr seine Worte hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht.” Hebräer 3, 15

Liebe Leser und Leserinnen!

Mit Nachdruck erklärt der Verfasser des Briefs an die Hebräer die Notwendigkeit auf Gottes Wort zu hören und es auch anzunehmen, es zu “beherzigen”.

Heute ist das Verb verstocken kein gebräuchliches Wort mehr. Folgendes konnte ich zur Bedeutung und Herkunft finden:

Abwertendes Adjektiv: starrsinnig, in hohem Grade uneinsichtig, unnachgiebig

Synonym zu trotzig, halsstarrig, widerspenstig
In der Geschichte und Herkunft des Wortes stocken (Verb) fand ich „innehalten, nicht vorankommen“, aus dem medizinischen Bereich kennen wir den Stockschnupfen, in der Technik stocken Maschinen, Uhr- oder Triebwerke, auch der Verkehrsstrom kann ins Stocken geraten.
Kürzlich nahm ich aus dem Wäschevorrat Geschirrtücher heraus und stellte fest, dass sie Stockflecken hatten. Sie waren stockig geworden, durch Feuchtigkeit verdorben und durch mangelnde Luftbewegung entstanden Flecken.
Also: ein verstocktes Herz ist ohne Bewegung, starr, trotzig, widerspenstig, trotz besseren Wissens beim alten Muster/Verhalten/Denken bleibend.

Zur Zeit lesen wir in der täglichen Bibellese das 5. Buch Mose. Diese Texte passen zum Wochenspruch wie der Deckel auf den Topf. Ja die Worte im Brief beziehen sich auf die des Mosebuches, auf die Ereignisse der Wüstenwanderung bis zum Eingang ins Gelobte Land. Das Volk erlebte Gottes Fürsorge jeden Tag neu und goss sich trotzdem (als Mose auf dem Gottesberg die Gebotstafeln erhielt!) das goldene Kalb als neuen Gott. Es scheint unbegreiflich!

Und wir?

Ganz frei dürfen wir leben und glauben, Gottes Wort steht uns jederzeit zur Verfügung (in allen Angeboten der Gemeinden, in der Bibel, analog wie digital). Wir erleben Fülle, eine lange Zeit des Friedens, eine friedliche Revolution uvam. Und unser Herz? Womit füllen wir unsere Herzen?
Täglich prasseln schlechte Nachrichten, Fakenews, Videoclips und Werbung mit fragwürdigem Inhalt auf uns ein, es werden lieber Nachrichten geschrieben als miteinander zu sprechen und das Geld wird für Dinge ausgegeben, die wir zum Teil gar nicht brauchen. Wir sind hin- und hergerissen, gestresst und rennen allem möglichen hinterher.
Ein Liedtext von Anton Günter heißt: “De Käpp sei vull un s Herz is leer – dos is halt unner Malheur” (auf Hochdeutsch: Die Köpfe sind voll und die Herzen leer – das ist halt unser Malheur.) Wie treffend!

Im Hebräerbrief geht es um Ruhe, die Ruhe bei bzw. In Gott. Diese Ruhe wird Gottes Volk versprochen, wenn es beim Herrn bleibt. Heute, am Lichtmesstag, heißt der Lehrtext der Herrnhuter Losung: “Werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat.” Hebr. 10, 35.

Legen wir die goldenen Kälber unserer Zeit beiseite und lesen/hören wir wieder Gottes Wort! Ermuntern wir einander und unsere Kinder zum Vertrauen auf den Herrn, erzählen wir von unseren Erlebnissen und Erfahrungen mit Gott und dem Glauben und beten wir um ein bewegliches Herz.

Amen.

Gebet

Dein Wort, guter Gott, ist ein Wort des Friedens.
Es spricht hinein in unsere Welt, unseren Unfrieden.
Lass es uns ein Licht sein, das uns leuchtet auf unseren Wegen.

Dein Wort, guter Gott, ist ein Wort der Freude.
Es spricht hinein in unsere Herzen, unsere Sorgen.
Lass es uns eine Kraft sein, die uns Hoffnung schenkt für unser Leben.

Dein Wort, guter Gott, ist ein Wort der Gerechtigkeit.
Es spricht hinein in unsere Gesellschaft, unsere Ungerechtigkeiten.
Lass es uns ein Ansporn sein, mitzubauen an deinem Reich.

Dein Wort, guter Gott, ist ein Wort des Heils.
Es spricht hinein in unsere Seelen, unsere Angst.
Lass es uns eine Wärme sein, dass wir Geborgenheit finden in dir.

Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen.

Segen (Irischer Segensspruch)

Gott segne und beschütze dich!
Er lasse dich vertrauen
seinen Gesten der Liebe,
allen Zeichen seiner Nähe und der Kraft,
die uns hält. Amen.

Herzlich grüßt Sie
Sabine Fischer (Gemeindepädagogin und Kantorin)

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