Andacht zum 20. Sonntag nach Trinitatis, 18.Oktober 2026

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Andacht zum 20. Sonntag nach Trinitatis, 18.Oktober 2026

17.10.2026

von Prädikantin Katrin Hutzschenreuter

Liebe Leser und Leserinnen!

Die Bergpredigt ist die wohl bekannteste Rede, die Jesus gehalten hat. In ihr sind zwei Kernaussagen überliefert, die beschreiben, wie Jesus uns sieht. „Ihr seid das Salz der Erde. Ihr seid das Licht der Welt.“ Beides ist lebensnotwendig. Am Salz kommt keiner vorbei. Es gibt dem Essen die Würze, und auch unser Körper besteht aus Salzen. Salz war schon immer ein ganz besonderes Gewürz. Es wird in einem komplizierten Verfahren gewonnen. In der Vergangenheit war es so kostbar, dass es mit Gold aufgewogen wurde. Es galt sogar als Zahlungsmittel. Das Wort „Salär“ für den Lohn weist noch auf diese Zeiten hin. Salz ist also wertvoll, und es ist lebensnotwendig. Zu Jesu Zeiten, als es noch keine Kühlschränke gab, war Salz ein Konservierungsmittel. Salz bewahrt vor dem Verderben. Wenn wir das Salz sind, dann wäre die Welt ohne uns fade. Wir verleihen der Welt Geschmack und Pfiff. Wir sind eine wichtige Zutat Gottes für die irdische Vorspeise. An uns ist es, andere neugierig zu machen auf die himmlische Hauptspeise, die uns auf Erden in Gestalt von Brot und Wein und im Himmel in der lebendigen Gegenwart Gottes geschenkt wird.

Als uns das Paradies zwischen den Fingern zerrann, als sich der Garten Eden in Dunst und Nebel auflöste und dahinter die Welt mit all ihren Härten zum Vorschein kam, blieben wir als Salz der Erde zurück. Manchmal sind wir auch das Streusalz, das von Gott in die Kälte der Welt gestreut wird, um das Eis zwischen den Menschen zum Schmelzen zu bringen.

Salz der Erde. Licht der Welt.

Licht anzuzünden, das ist heutzutage kein Akt mehr. Man knipst den Schalter an, und schon ist es hell. Aber ohne Hilfsmittel wird es schwierig, eine Flamme zu entzünden. Und doch – schon eine kleine Flamme leuchtet den ganzen Raum aus, bewirkt, dass wir Verschiedenes erkennen können. Jesus sagt von sich: „Ich bin das Licht der Welt.“ Es ist eine große Verheißung, wenn er uns dasselbe zusagt. Unser Licht kann sich entzünden an der begeisternden Botschaft, dass Gott die Liebe ist. Dieser Schein soll sich in unseren Gesichtern spiegeln und auch in den Gesichtern derer, die mit uns zu tun haben.

Ihr seid das Salz der Erde. Ihr seid das Licht der Welt.

Erstaunlich, was Jesus uns zutraut. Auch da, wo wir uns kraftlos fühlen: er traut uns zu, dass wir sein Licht in die Welt tragen. Er gibt uns sein Erbe in die Hände. Er hält uns nicht vor, was wir alles sein KÖNNTEN, wenn wir es nur wollten oder uns vielleicht ein bisschen mehr Mühe geben würden. In aller Gelassenheit sagt er: ihr seid. Unser Dasein wirkt in dieser Welt. Wir dürfen uns zusagen lassen, dass Jesus große Stücke auf uns hält.

Ihr seid das Licht der Welt und das Salz der Erde. Ihr seid es. 

Amen.

Gebet

Gott, hier in der Welt brauchst du uns. Mittendrin sollen wir unsere Wirkung entfalten. Lass uns Hoffnungszeichen setzen. Schenke uns den wohlmeinenden Blick, der das rechte Maß erkennt, damit wir niemandem das Leben versalzen. Christus, du bist unser Licht. Du lässt uns strahlen, so dass auch wir andere Menschen zum Leuchten bringen können. Bleib bei uns, wenn es dunkel zu werden droht.

Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen.

Segen

Ich wünsche dir, dass der Himmel immer wieder sein Licht über dir ausgießt.

Dass er deine Seele hell und freundlich macht, deine Augen zum Leuchten bringt und seine Liebe ausstrahlt durch dich und du selbst zum Licht wirst für diese Welt.

So segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

Amen.

Herzlich grüßt Sie
Katrin Hutzschenreuter

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