Andacht zum 2. Sonntag nach dem Christfest, 4. Januar 2026

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Andacht zum 2. Sonntag nach dem Christfest, 4. Januar 2026

03.01.2026

von Sabine Fischer, Gemeindepädagogin und Kantorin im Kirchspiel Osterzgebirge

Liebe Leser und Leserinnen!

Just in diesem Moment, da ich die Andacht schreiben will, breitet sich draußen eine großartige Farbpalette vor dem Sonnenaufgang aus: von der “blauen Stunde”, wie es sie nur an Wintermorgen mit Schnee gibt, hin zur ganzen Bandbreite der Pastellfarben bis alles von den Sonnenstrahlen durchflutet wird! Solche Pracht und Herrlichkeit!

Welche Bilder/Ereignisse kommen Ihnen in den Sinn, wenn Sie das Wort “Herrlichkeit” hören?

Was für eine Herrlichkeit!

Herrlichkeit im Sinne von nicht zu überbietender Schönheit, Erhabenheit, Pracht...

Der uns begleitende Wochenspruch heißt:

“Und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit." (Joh 1,14b)

Was haben Sie denn gesehen? Was haben Sie erlebt und bekommen zu Weihnachten und im vergangenen Jahr?
Manfred Siebald schreibt in einem Lied: “Wir haben auf Frieden gewartet, darauf, dass die Menschheit sich endlich besinnt. Wir haben um Frieden gebetet, und alles, was Gott uns nun gibt, ist ein Kind” So geht es in 6 Strophen. Immer haben wir etwas ganz anderes bekommen, als erbetet wurde: ein Kind. Im Refrain heißt es: “Alles schenkt Gott mit dem Kind, alles schenkt Gott mit dem Kind, mit dem auf Erden der Himmel beginnt.”
Herrlichkeit hat noch eine zweite Bedeutung, die zu Zeiten Luthers am Ende die bekanntere war:

Alles, was ins Herrschaftsgebiet eines Regenten gehört, ist Herrlichkeit. Seine Gerichtsbarkeit ebenso wie das Territorium. Plötzlich bekommt, was wir wenige Sätze vorher lesen, Gewicht: “Er kam in sein Eigentum...”
Die Weisen müssen sehr kluge, gebildete Leute gewesen sein, dass sie in dem Kind im Stall, wo alles so entsetzlich ärmlich ist, den König – also den Herrscher!! – erkannt haben!

Ansonsten wäre es ihnen wohl eher zum hämisch lachen gewesen. Das soll der König sein?

Was gibt es vom Recht, was im Territorium des Christus gilt noch zu sagen? Woran erkennt man seine Herrlichkeit, sein Territorium?

Sie ist voller Gnade und Wahrheit!
Oh wie sehnen wir uns Tag für Tag nach Gnade und Wahrheit!
Blicken Sie noch einmal auf das Gewesene/Erlebte rund um Weihnachten bzw. im vergangenen Jahr. Wo haben Sie Gnade und Wahrheit Gottes gefunden/erlebt? Das ist die Herrlichkeit Gottes, dort finden wir Sein Reich, Seine Majestät, seine ganze Pracht und Stärke: Jesus hat Gnade und Wahrheit mitgebracht. Dieses Himmelslicht leuchtet als alle Lichter, die es auf Erden gibt, bis heute und weit darüber hinaus.

Stellen wir alles, was uns im Jahr 2026 begegnet in sein Licht. Lassen wirs beleuchten, damit wir sehen können, wo Gnade widerfährt und Gottes Wahrheit drin steckt, wo wir uns in Seinem Herrschaftsbereich, eben im Reich Gottes befinden.

Friedrich von Bodelschwingh schrieb: „Advent und Weihnachten ist wie ein Schlüsselloch, durch das auf unseren dunklen Erdenweg ein Schein aus der Heimat fällt.“
Ich wünsche Ihnen einen guten Weg durch die Woche und das begonnen Jahr 2026, im Lichtschein von Gottes Herrlichkeit. Gesegnet, bewahrt, voll Gnade und Wahrheit.
Amen.

Gebet

Du Heiland der Welt, wir beten dich an.
Du Sonne aus der Höhe bringst Gnade und Wahrheit in unsere Welt voll Dunkelheiten.
Du Herr aller Herren und König aller Könige zeigst uns, dass wir in deinem Eigentum zuhause sind. Lass uns Dich erkennen, Deine Herrlichkeit sehen.
Wir danken Dir, Du reicher Herr, Friedefürst, starker Gott, dass Dir das Kleinste nicht zu klein ist,
dass Du dich zu uns aufgemacht hast, damit wir Dich finden können in unserem kleinen Leben.
Lass uns voll Mut davon erzählen, wo wir Deine Herrklichkeit entdeckt haben.
Sei Du unser Licht und Wegweiser hin zur Heimat in Deinem Reich.

Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen.

Segen

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Kraft des Heiligen Geistes sei mit uns allen.
Amen.

Herzlich grüßt Sie

Sabine Fischer, Gemeindepädagogin und Kantorin im Kirchspiel Osterzgebirge

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