Neue Vorhaben sollen das Musikleben bereichern

Neue Vorhaben sollen das Musikleben bereichern

01.03.2011 von Reinhold Lindner

Domkantor Albrecht Koch hat sein neues Konzertprogramm vorgestellt. Auch der 400. Geburtstag von Andreas Hammerschmidt wird begangen.

Freie Presse 16. Februar 2011

 

„Was wir hier in Freiberg haben, ist wunderbar, wir müssen es bloß noch mehr vermitteln.“ Domkantor Albrecht Koch denkt dabei nicht allein an die Silbermannorgeln, sondern an den Dom insgesamt, die anderen Kirchen und all die Traditionen der Bergstadt. „Ich habe in den drei Jahren, die ich hier bin, oft erfahren können, dass unserer Besucher erstaunt waren über das Niveau unserer Angebote; die Interpretationen wie die  Attraktivität der räumlichen Gegebenheiten. Man muss nicht nach Dresden fahren, um eine Passion oder das Weihnachtsoratorium zu hören, das lässt sich in gleicher Qualität auch in Freiberg erleben.“

Kochs Programm der Kirchenmusik das jetzt für dieses Jahr vorliegt, ist weiterhin geprägt von den beiden traditionellen Säulen: den Abendmusiken und den Domkonzerten. Aber es lässt sich auch auf neue Vorhaben und auf Ereignisse ein, die über den Dom hinausreichen. So wird dieses Jahr der 400. Geburtstag von Andreas Hammerschmidt begangen. Festtage vom 7. bis 10. Juli ehren den Komponisten und Freiberger Kantor von einst. Aufgeführt wird seine Musik und die seiner Zeitgenossen, zum Beispiel von Heinrich Schütz.

Und da es gut zu diesem Jubilar und seiner Zeit passt, will Koch die Gelegenheit nutzen, endlich wieder einmal die Engelinstrumente aus dem Hohen Chor des Doms erklingen zu lassen. Das Instrumentarium einer kompletten Renaissancekapelle war bei der Restaurierung der Grabstätte von Kurfürst Moritz entdeckt worden, die Originale sind akribisch kopiert worden, seitdem aber kaum wieder im Ensemble gespielt worden. Inzwischen ist das letzte Originalinstrument, eine Laute, wieder an Ort und Stelle. Der Hohe Chor ist insgesamt fertig restauriert. Das Abschlusskonzert der Festtage für Hammerschmidt wird den Klang der Renaissance- Instrumente vorführen noch dazu mit maßgeschneiderter Musik, nämlich Scandellos Messe über das Epitaph von Kurfürst Moritz. „Darauf kann man sich freuen“, rät Albrecht Koch, der dieses Konzert leiten wird.

Die Abendmusiken werden nach ihrer Tradition weiter geführt, namhafte Organisten sind eingeladen. Aber schon im Hinblick auf das Jubiläum der Großen Silbermannorgel im Dom 2014 will Koch die eigentliche, die liturgische Bestimmung des Instruments akzentuieren. So sollen in Kantatengottesdiensten Bachs Orgelkantaten erklingen, in den Abendmusiken werden alle Choralpartiten Bachs gespielt. Ein besonderer Höhepunkt wird am Buß- und Bettag die Aufführung  der Marienvesper von Monteverdi in einer Fassung mit Orgelbegleitung sein. Koch will behutsam auch zeitgenössische Musik anbieten. „Das ist nicht so ganz gang und gäbe, aber wir müssen uns damit auseinandersetzen, dass Silbermann einer war, der weit in die Zukunft gedacht hat.“

Nach mehr als zehn Jahren wird am 9. April die Matthäuspassion wieder aufgeführt. Koch steckt mit dem Domchor und der Kurrende in der Probenarbeit. Das Weihnachtsoratorium im Dom zu Freiberg ist mehr und mehr zu einem Anziehungspunkt für Besucher von nah und fern geworden, so eine Art „Geheimtipp“, was Freiberg zu bieten hat.

Am 3. Dezember steht es auf dem Plan, aber am 17. Dezember gibt es noch eine weitere Attraktion: Rheinbergers Weihnachtskantate „Der Stern von Bethlehem“.

alle Meldungen

nach oben