Heiliger Märtyrer oder verstockter Ketzer? Johannes Hus als Vorläufer Luthers

Heiliger Märtyrer oder verstockter Ketzer? Johannes Hus als Vorläufer Luthers

06.02.2020 von Annegret Springhetti

Referent: Eike Hinrich Thomsen

Spätestens seit 1520 bekannte sich Martin Luther offen zu dem Prager Priester Johannes Hus, der 1415 in Konstanz als Ketzer verbrannt worden war. Schnell sah Luther in Hus einen zentralen Vorläufer der Reformation. Diese Wertschätzung gegenüber Hus zeigte sich unter anderem in zahlreichen Darstellungen, wobei der in Freiberg ausgestellte Riesenholzschnitt von Lucas Cranach d. J. eines der beeindruckendsten Zeugnisse dieser Art ist.

Doch wie kam es dazu, dass ein über 100 Jahre vor Luthers Thesenanschlag verbrannter Theologe eine solche Aufmerksamkeit und Wertschätzung erfuhr? Wie kam es dazu, dass Hus schon bald neben den beiden großen Reformatoren Luther und Melanchthon auf zahlreichen Bildern verewigt wurde? Im Begleitprogramm der Ausstellung „Überlebt: Die Restaurierung eines Cranach-Holzschnittes“ im Stadt- und Bergbaumuseum Freiberg geht der Vortrag diesen Fragen nach und erläutert, wie Johannes Hus mit dem Beginn der Reformation zu einem der zentralen Vorläufer Luthers gemacht wurde.

Referent:
Eike Hinrich Thomsen. Studierte Geschichte und Theologie in Leipzig, derzeit wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Theologischen Fakultät der Universität Leipzig, Institut für Kirchengeschichte. Beschäftigt sich mit der Rezeption von Hus in der Reformationszeit und darüber hinaus. Laufendes Promotionsprojekt zum Thema: Theologie und Biographie des Johannes Hus (1517–1717).

4. März 2020 | 19:00 Uhr | Stadt- und Bergbaumuseum Freiberg

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