Wochenandacht zum 10. Sonntag nach Trinitatis, 21. August 2022

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Wochenandacht zum 10. Sonntag nach Trinitatis, 21. August 2022

21.08.2022

von Superintendentin Hiltrud Anacker

Liebe Leser und Leserinnen!
„Da stimmt doch etwas nicht“ – so denken Sie vielleicht. „Das Haus kenne ich: Das ist der Dom in Freiberg.“ Wenn man über den Untermarkt kommt, sieht man den Giebel des Doms. Unter dem gewölbten kleinen Dach unterhalb der Uhr befindet sich die sog. Grablege. Ab 1537 wur-den hier die protestantischen sächsischen Kurfürsten samt ihrer Familien begraben. Erst August der Starke kam nicht mehr nach Freiberg. Er trat bekanntlich zum katholischen Glauben über, weil er polnischer König werden wollte und auch wurde. Das Dach des Doms aber schimmert nicht so rötlich. Das hat es einmal, als es mit Kupfer eingedeckt wurde. Wenn Kupfer korrodiert wird es schwarz-grünlich. So sieht das Dach heute auch aus. Gut. Aber da sind noch die Kinder auf dem Foto. Haben wir es hier mit einer Fotomontage zu tun, bei der ein künstlerisch und technisch versierter Fotograf am Computer gespielt hat? Nein, dem ist nicht so. Den Freiberger Dom gibt es mehrmals: Einmal natürlich im Original, und dann auch noch in Modellen. Dieses Modell steht in Oederan im Kleinerzgebirge. Als es dort aufgestellt wurde, durften die Kinder einmal ganz dicht heran. Sie durften ihn untersuchen und befühlen, Kirche haut-nah. Als ich das Bild zum ersten Mal sah, war ich irritiert: Kann das sein? Dann aber dachte ich: „So sollte es sein, wir brauchen eine Kirche zum Anfassen.“ Menschen sollen keine Scheu haben, Ehrfurcht vor Gott und dem Glauben an ihn schon, aber keine Scheu. Ich denke, im Kleinerzgebirge darf man das Modell des Doms nicht mehr berühren, sonst ginge es schnell entzwei. Das Bild aber erzählt, dass Kirche mehr ist als ein Haus, das man ansehen kann. In der Jahreslosung für dieses Jahr spricht Jesus: „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.“ (Johannes 6,37). Kirche bedeu-tet, dass Menschen aus ihrem Glauben heraus leben und offen sind für andere – so wie Jesus – eben Kirche zum Anfassen.
Amen.

Gebet
Herr, unser Gott,
du suchst uns, damit wir dich suchen.
Du sprichst zu uns, damit uns das Herz aufgeht.
Suche die Mächtigen dieser Tage, damit ihnen das Herz aufgeht.
Sprich zu ihnen, damit sie für den Frieden arbeiten,
den Hunger verhindern, Gerechtigkeit üben.
Sprich zu ihnen, damit sie die Schwachen schützen,
den Armen helfen und den Lügnern widersprechen.
Suche die Leidenden, damit ihnen das Herz aufgeht.
Sprich zu ihnen, damit die Angst ihre Macht verliert,
die Schmerzen aufhören, Mütter ihre Kinder behalten und
Soldaten unverwundet heimkehren.
Sprich zu der verletzten und leidenden Welt, damit die Kranken geheilt werden,
die Dürre endet, die Oder gesundet und deine wunderbare Schöpfung aufatmet.
Suche dein Volk, damit ihm das Herz aufgeht.
Sprich zu denen, die dich gefunden haben
und zu denen, die noch auf der Suche sind.
Sprich, damit Versöhnung geschieht
und Frieden wird für Israel und für alle, die zu dir gehören.

Gemeinsam beten wir:
Vater unser im Himmel,
gGeheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Segen
Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist komme über dich und bleibe bei dir
jetzt und alle Zeit.
Amen.

Herzlich grüßt Sie
Hiltrud Anacker

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