Andacht zum Karfreitag 2022

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Andacht zum Karfreitag 2022

15.04.2022

zu Markus 15, 22 - 38 (Auswahl) von Pfarrer Justus Geilhufe

Bibeltext:
22So brachten sie ihn zu der Stelle, die Golgota heißt –das bedeutet übersetzt »Schädelplatz«.23Sie woll-ten ihm Wein zu trinken geben, der mit Myrrhe versetzt war. Aber er nahm ihn nicht.
24 Dann kreuzigten sie ihn. Sie verteilten seine Kleider und losten aus, wer was bekommen sollte.25Es war die dritte Stunde, als sie ihn kreuzigten.26Auf einem Schild stand der Grund für seine Verurteilung: »Der König der Juden«. … 29Die Leute, die vorbeikamen, lästerten über ihn. … 31Genauso machten sich die führenden Priester zusammen mit den Schriftgelehrten über ihn lustig. Sie sagten: »Andere hat er geret-tet. Sich selbst kann er nicht retten.32Der Christus, der König von Israel, soll jetzt vom Kreuz herabstei-gen. Wenn wir das sehen, glauben wir an ihn. …
33Es war die sechste Stunde, da breitete sich Finsternis aus über das ganze Land. Sie dauerte bis zur neunten Stunde.34In der neunten Stunde schrie Jesus laut: … »Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?«35Als sie das hörten, sagten einige von denen, die dabeistanden: »Habt ihr das gehört? Er ruft nach Elija.« … 37Aber Jesus schrie laut auf und starb. … 39Ein römischer Hauptmann stand gegen-über vom Kreuz. Er sah genau, wie Jesus starb. Da sagte er: »Dieser Mensch war wirklich Gottes Sohn!«
Markusevangelium 15,22-38 (in Auswahl)

Liebe Schwestern und Brüder,
die Passionszeit mit der Karwoche nun zu ihrem Ende. Am Karfreitag begehen wir die Sterbestunde und erinnern den Tod Jesu. Entscheidend für unseren Glauben ist dabei nicht dieser Tod an sich. Viele sind in dieser Zeit, davor und danach für ihre Überzeugung gestorben, sind ans Kreuz gegangen, sind gestorben, weil die Masse der anderen sie überwältigt hat.
Entscheidend für uns ist, WIE Jesus stirbt. Die spottende Menge der Menschen um das Folter-Kreuz her-um sagt es uns mit ihrer Verachtung für ihn. Sie rufen: „Er hat anderen geholfen, er helfe sich selber, wenn er der Christus ist.“
Was für diese Menschen absurd erscheint, ist auch für uns, die wir an Jesus glauben etwas, das abstän-dig bleibt. Wir leiden mit, wenn er leidet. Wir wissen um die Wunder, die er getan hat. Warum tut er es nicht endlich auch für sich und geht von diesem Kreuz herunter und entfaltet Gottes Macht gegenüber diesen Feinden? Das sind unsere Gedanken und es sind am Ende die gleichen, wie jene der Feinde Jesu damals. So verschieden wir sind - Die einen bringen ihn ans Kreuz und wir versuchen dieses Kreuz in unserem Leben zu haben – wir sind doch vom selben Schlag: Es bleibt uns fremd, was Jesus macht.
Das was Jesus macht, ist uns fremd, weil wir es nicht machen könnten. Wir verstehen nicht, wie jemand selbst im qualvollen Sterben noch für andere da sein kann. Sogar und gerade für die, die ihn in diesen Tod schicken. Das können wir nicht und wir verstehen es nicht. So konnte nur einer sterben und das ist Jesus. Nur weil er so gestorben ist, glauben wir an ihn. Diese Art und Weise seines Todes ist der Grund, warum er die Basis für unser Leben geworden ist, weil wir in diesem einzigartigen Tod verstehen, wie Gott ist. Bis an das letzte Ende in dieser Welt geht er für uns und bleibt es für immer. Das sehen wir in Jesu Tod und ich wünsche Ihnen, dass es auch in diesem Jahr ihr Herz erreicht.

Gebet
Lassen Sie uns beten
Herr du gehst uns in dieser Karwoche voran. Du siehst wie unser Glauben, unser Verstehen, unser Ver-trauen immer wieder zurück bleibt. Deshalb bitten wir dich in diesem Jahr besonders: Dass dein Tod am Kreuz uns erneuert und unseren Glauben am Morgen des Ostertages neu auferstehen lässt. Gib uns die Kraft, die nur du schenken kannst und zeige uns den Weg, der zum ewigen Leben führt.
Das und vieles, was noch auf unseren Herzen liegt, bitten wie dich mit dem Gebet, das Jesus uns beige-bracht hat
Vater unser im Himmel Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Segen
Der Herr segne und beschütze dich.
Der Herr erhelle das Dunkel, dass du seinen Weg mit dir erkennst.
Er habe mit dir Erbarmen und bleibe dir zugewandt.
Der Herr gebe dir das Leben,
der Vater und der Sohn und + und der Heilige Geist.
Amen.

Herzlich grüßt Sie
Justus Geilhufe, Pfarrer

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