Andacht zum 3. Sonntag nach Trinitatis, 3. Juli 2022

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Andacht zum 3. Sonntag nach Trinitatis, 3. Juli 2022

03.07.2022

von Prädikantin Katrin Hutzschenreuter

Liebe Schwestern und Brüder,
wir sind im Sommer angekommen. Zum Glück scheint es in diesem Jahr nicht nur trocken und heiß zu sein, sondern es regnet auch immer wieder. Und manchmal, wenn Sonne und Regen zusammen kommen, gibt es am Himmel ein wunderschönes Schauspiel.
„Schnell, Mama, komm ans Fenster – ein Regenbogen!“, ruft das Kind seiner Mutter zu. Alle kommen angestürmt, stehen am offenen Fenster. Es duftet nach fruchtbarem Regen, und die Sonne scheint. Sie bestaunen den Bogen, der sich erhaben von einem Ende des Himmels zum anderen spannt.
Ich kann mir vorstellen, wie ein Mensch namens Noah mit Ehrfurcht den allerersten Regenbogen bestaunt hat. Gott hatte beschlossen, die Menschheitsgeschichte zu beenden. Die Menschen hatten den Bogen einfach überspannt. Nur Noah und seine Familie überlebten in der Arche, die sie nach Gottes Anweisungen gebaut hatten, mit ihnen die Tiere.
Nun war die große Flut vorbei, am Himmel stand das farbenprächtige Zeichen des neuen Bundes, den Gott mit den Menschen schloss. Die Grundfarben Rot, Gelb und Blau sind vertreten, dazu kommen die Mischfarben Orange, Grün und Violett. Sieben Farben sind vertreten – die Sieben ist in der Bibel die Zahl der Vollkommenheit.
Zugleich sind diese Farben für mich ein Abbild für die Buntheit des Lebens. Es ist nicht schwarz – weiß, sondern vielfarbig und vielschichtig. Manchmal ist es rot, wie die Liebe und das Feuer, manchmal hoffnungsgrün. Aber es gibt auch Zeiten, die sind violett, die Farbe, die der Passionszeit vorbehalten ist.
Diese Geschichte vom Regenbogen, die ziemlich am Anfang der Bibel steht, ist nicht nur die Schilderung einer Katastrophe. Sie ist viel mehr die Geschichte einer Rettung. Gott hat mit der Menschheit noch mal die Kurve bekommen. Er verspricht: „ Das ist das Zeichen des Bundes, den ich geschlossen habe zwischen mir und euch und allem lebendigen Getier bei euch auf ewig: Meinen Bogen habe ich in die Wolken gesetzt; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde“ (1. Mose 9, 12+13).
In den vergangenen Tagen waren auch bei uns immer wieder leuchtende Regenbögen zu sehen. Jedes mal, wenn ich einen sehe, erinnere ich mich an Noah und die Geschichte seiner Rettung.
Eine farbenprächtige Brücke zwischen Himmel und Erde hat Gott als Zeichen gewählt, das uns an seine Treue erinnert – immer wieder neu.
Amen.

Lasst uns beten:
Gott, ich bitte dich um Lebensfarben in mir.
Gib mir vom Gelb des Lichtes für die Dunkelheiten in meiner Seele.
Gib mir vom Orange der Wärme gegen alles Unterkühlte in meinem Herzen.
Gib mir vom Grün der Hoffnung, wenn ich keine Kraft mehr habe.
Gib mir vom Rot der Liebe, um davon austeilen zu können.
Gib mir vom Violett der Spiritualität für Wege zur Umkehr und Neuanfang.
Gib mir vom Weiß des Neuen, um offen und bereit zu sein.
Gib mir vom Braun der Erde für Beständigkeit und Ausdauer.
Gib mir von allen Farben, damit ich mein Lebensbild malen kann.

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
Amen.

Segen
Der Segen des Himmels öffne dir Augen und Ohren für die Wunder der Welt. Er möge dich zum Staunen begeistern über all die Wunder, die dir begegnen. Und er schenke dir die Zeit, diese Wunder zu genießen.
So segne dich der gütige Gott.
AMEN,

Herzliche Grüße
Katrin Hutzschenreuter

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