Andacht zum 14. Sonntag nach Trinitatis, 18. September 2022

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Andacht zum 14. Sonntag nach Trinitatis, 18. September 2022

17.09.2022

von Superintendentin Hiltrud Anacker

Bis hierher hat mich Gott gebracht durch seine große Güte, bis hierher hat er Tag und Nacht bewahrt Herz und Gemüte, bis hierher hat er mich geleit, bis hierher hat er mich erfreut, bis hierher mir geholfen.

Hab Lob und Ehr, hab Preis und Dank für die bisher‘ge Treue, die du, o Gott, mir lebenslang bewiesen täglich neue. In mein Gedächtnis schreib ich an: Der Herr hat Großes mir getan, bis hierher mir geholfen.

Liebe Bewohnerinnen und Bewohner,
„Der Ton macht die Musik.“ So sagen wir oft. Zwischen Menschen gibt es manchmal hässliche Töne. Reibungen „kommen in den besten Familien vor“. Aber: Müssen diese hässlich sein? Auseinandersetzungen, Diskussionen, auch mal Ärger herauslassen, das alles will gelernt sein. Diskussionen sind manchmal ganz sinnvoll. Es steht nur die Frage des Wie. Tendenziell sagen die meisten Menschen, dass sie harmoniebedürftig sind. Harmonie gibt es zum Glück auch. „Wir haben uns nie wirklich gestritten,“ sagt meine Mutter, wenn sie auf die vielen Ehejahre mit meinem Vater zurückschaut. Ihre Augen sehen dankbar auf diese Zeit. Gott danken, das ist ein „guter Ton“. „Der Ton macht eben die Musik.“

Bibeltext
1Zu der Zeit wirst du sagen:
Ich danke dir, Herr!
Du bist zornig auf mich gewesen.
Doch nun hat sich dein Zorn gelegt
und du hast mich getröstet.
2Ja, Gott ist meine Rettung.
Ich bin voll Vertrauen und fürchte mich nicht.
Denn Gott, der Herr, ist meine Zuflucht,
von ihm singe ich in meinem Lied.
Er hat mir die Rettung gebracht.
3Voll Freude werdet ihr Wasser schöpfen
aus den Quellen, aus denen die Rettung strömt.
4Zu der Zeit werdet ihr sagen:
Dankt dem Herrn, verkündet seinen Namen!
Macht unter den Völkern bekannt, was er getan hat.
Verkündet, dass sein Name hoch über allem steht!
5Singt dem Herrn, denn er hat Großes getan.
Auf der ganzen Erde soll man es erkennen.
6Seid fröhlich und jubelt, ihr Bewohner des Zion.
Der Heilige Israels ist groß in eurer Mitte.

Dieses alte Lied stammt aus der Geschichte Israels. Es singt von Rettung und Heil, von Freude und Zuversicht. So war das nicht immer. Viele Geschichten erzählen von dem Auf und Ab in der Beziehung zwischen Gott und seinem Volk. Harmonie zwischen Gott und Mensch herzustellen, das ist Prozess. Ja, es gibt die Zeiten, da ist es ganz harmonisch. Menschen haben das Gefühl, Gott wahrzunehmen – z. B. in Menschen, die ihnen hilfreich zur Seite stehen, manchmal auch in einem guten Wort. „Mit Gott und der Welt im Einklang“ – toll. Das funktioniert aber nicht immer. Wir erleben unsere Welt nicht als harmonisch. Gott „rutscht weg“, wenn Menschen meinen, alles alleine zu können oder sich nur auf eingeschliffenen Bahnen bewegen, weil scheinbar alles läuft. Es werden derzeit so viele hässliche Töne laut. Schnell bemerken wir das Defizit und werden unzufrieden.
Gönnen wir uns zurückzuschauen. Erinnern wir uns an gute Erfahrungen? Bei allen Misstönen, die auch zu jedem Leben gehören, vergessen wir nicht den Dank, der in dem nicht ganz so alten Lied vom Anfang der Andacht ausgedrückt wird: „Bis hierher hat mich Gott gebracht.“
Amen.

Gebet
Stimmen Sie mit ein in die 3. Strophe dieses Liedes:
Hilf fernerhin, mein treuster Hort, hilf mir zu allen Stunden. Hilf mir an all und jedem Ort, hilf mir durch Jesu Wunden. Damit sag ich bis in den Tod: Durch Christi Blut hilft mir mein Gott; er hilft, wie er geholfen.
Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen.

Segen
Der Herr segne dich und behüte dich.
Der Herr lasse leuchten sein Angesicht über dir und sei dir gnädig.
Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden.
Amen.

Herzlich grüßt Sie
Hiltrud Anacker, Superintendentin

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