Andacht für die Woche ab Sonntag, 2. Oktober 2022

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Andacht für die Woche ab Sonntag, 2. Oktober 2022

01.10.2022

von Pfarrer Justus Geilhufe

Liebe Leser und Leserinnen!
Der Tag der deutschen Einheit, diese Woche ist er wieder. Alle von uns die arbeiten freuen sich sicher über das lange Wochenende. Ein freier Montag, das ist doch immer schön. Aber was ist mit uns anderen, die nicht mehr arbeiten? Kann uns dieser Tag auch was mitgeben? Nun, zumindest schenkt er uns einen interessanten Bibeltext für den Tag.
Der alttestamentliche Bibelvers lautet: Weh dem, der mit seinem Schöpfer hadert, eine Scherbe unter irdenen Scherben! Spricht denn der Ton zu seinem Töpfer: „Was machst du?“ (Jesaja 45,9)
In ersten Satz wird vor dem Hadern gewarnt. Hadern, Meckern, sich beschweren, ja wir alle tun dies nur zu oft. Ein Tag läuft schon schlecht an, es ist kalt und noch dunkel, das Frühstück schmeckt nicht, da ist es wirklich schwierig freundlich oder dankbar zu sein. Jeder von uns kennt solche Alltagssituationen, wo wir uns lieber die Decke über den Kopf ziehen würden, Situationen um der der Welt zu sagen, dass sie gerade kein Paradies für uns ist. Dann gibt es noch die größeren Herausforderungen, im eigenen Leben – wenn wir beispielsweise einsam sind. Wenn wir den Eindruck haben, dass uns keiner mehr braucht. Wir denken, dass uns alle vergessen haben. Auch in der Welt gibt es so viele Herausforderungen, wie Katastrophen, Kriege, … . Wer schafft es da nicht zu hadern?
Der alttestamentliche Text fordert uns dazu auf. Er verweist uns auf Gott. Wie der Töpfere den Ton formt, hat Gott jeden von uns gemacht. Er hat jeden liebevoll geschaffen. Er hat jeden von uns einmalig gemacht. In jedem getöpferten Gegenstand steckt ein Hinweis auf seinen Töpfer. In jedem von uns steckt ein Hinweis auf Gott. Auf Gott immer wieder schauen. Gott vertrauen und nicht mit ihm und dieser Welt hadern, das ist für uns alle immer wieder echt schwer. Dafür brauchen wir Hilfe.
Wie gut, dass uns Jesus dabei helfen will. Im Neuen Testament hat er uns Worte gegeben, mit denen wir das Vertrauen auf Gott immer wieder üben können. Mit diesen Worten können wir es alleine oder gemeinsam aussprechen und darum bitten, dass diese Worte immer tiefer in uns einsickern. Mit diesen Worten können wir Gott loben, und bitten, dass sein Wille geschieht.
Auch heute, wo wir der Wende gedenken. Heute wo sich mancher an befreiende Erfahrungen in der Wendezeit und danach erinnert und dafür gerne Gott lobt und preist. Heute, wo aber auch viele an Umbrüche und Erfahrungen denken, die eher zum Hadern einladen. Die Worte, die wir beten wollen, kennen Sie alle. Sie sind ein Teil des Vater Unseres: In Matthäus 6,9-10 steht: Unser Vater im Himmel! Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.
Diese Worte richten uns immer wieder auf Gott aus. Sie lösen uns vom Hadern und vom Kreisen um sich selbst.

Dag Hammaskjöld, ein Diplomat, UN-Generalsekretär und Friedensnobelpreisträger hat sie im 20. Jahrhundert in einem eigenen Gebet aufgegriffen:
Geheiligt werde dein Name – nicht der meine,
dein Reich komme – nicht das meine,
dein Wille geschehe – nicht der meine.
Gib uns Frieden mit dir, Frieden mit den Menschen,
Frieden mit uns selbst
und befreie uns von der Angst.

Gebet
Viel geläufiger sind Ihnen sicher die klassischen Worte des Vater Unseres. Diese wollen wir zum Abschluss beten:
Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name,
dein Reich komme dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute
und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
Amen.

Segen
Unser Gott,
der mächtige Ursprung und Vollender aller Dinge
segne dich,
gebe dir Gedeihen und Wachstum, Gelingen deinen Hoffnungen,
Frucht deiner Mühe,
und behüte dich
vor allem Argen,
sei dir Schutz in Gefahr und
Zuflucht in der Angst.
Unser Gott lasse leuchten sein Angesicht über dir,
wie die Sonne über der Erde Wärme gibt dem Erstarrten
und Freude gibt dem Lebendigen,
und sei dir gnädig,
wenn du verschlossen bist in Schuld,
erlöse dich von allem Bösen und mache dich frei.
Unser Gott erhebe sein Angesicht auf dich,
er sehe dein Leid und höre deine Stimme,
er heile und tröste dich
und gebe dir Frieden,
das Wohl des Leibes und das Wohl der Seele,
Liebe und Glück.
Amen.

So will es Gott, der von Ewigkeit zu Ewigkeit bleibt.
So steht es fest nach seinem Willen für dich.

Herzlich grüßt Sie Justus Geilhufe, Pfarrer

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