Predigt zum Gottesdienst zur Konfirmation am Sonntag Jubilate 26. Apirl 2026

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Predigt zum Gottesdienst zur Konfirmation am Sonntag Jubilate 26. Apirl 2026

26.04.2026

über 1. Timotheus 6,12-16 (Lut17); gehalten im Freiberger Doms St. Marien von Dr. Gunnar Wiegand, Pfarrer des Freiberger Doms

Die Gnade unsers HERRN Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des heiligen Geistes sei mit euch allen! Amen.

Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden, Gemeinde,

heute ist eure Konfirmation… eine Schwelle… eine bewusste Entscheidung für ein Leben, in dem Gott eine Rolle für euch spielt… und damit für Jesus Christus und diese Kirche… und diese Entscheidung ist mutig… ihr seid heute in diesem riesigen Freiberger Dom… vor ganz vielen Leuten… manche davon kennt ihr… eure Familie oder Freunde… aber viele sind euch unbekannt… dann ist da dieser Ablauf, den wir geübt haben… mit den Wegen und Gesängen… den Riten… ja, ihr seid mutig, hier zu sein… und das mitzumachen…

aber diesen Mut habt ihr doch auch schon in den letzten ca. 1,5 Jahren bewiesen… ihr habt euch – zusammen mit den Konfis in Petri-Johannes – auf eine ganz neue Gruppe eingelassen… eine ganz neue Gemeinschaft… da waren unbekannte Themen… unbekannte Lieder… die für unseren Glauben eine wichtige Rolle spielen… auch mit inneren Widerständen… da war Pfarrerin Birkner und ich… da war unsere Teenagerfreizeit in Sebnitz… mit den vielen anderen und den verschiedenen Aktivitäten… die vielen Gottesdienste, die ihr besucht habt… ja und letzte Woche euer selbstgestalteter Gottesdienst über das Thema „Krieg und Frieden“…

Ich erinnere: Mut und gute Begleitung wünscht sich Gott für die Menschen… das war das eine Fazit, was wir letzte Woche aus der Geschichte des Jakob mitgenommen haben…. Und das zweite Fazit: Frieden… den wünscht sich Gott für die Menschen… und dabei immer die Frage: dient das, was ich tue, dem Frieden? Und das, was ihr den Leuten letzte Woche somit auf den Weg mitgegeben habt, das gilt natürlich auch für euch selber… ihr sollt weiterhin den Mut behalten, mit dem ihr heute hier seid… ihr sollt weiterhin gute Begleiter haben… Jesus, oder die Schutzmacht Gottes!

Der Apostel Paulus will Timotheus genau diesen Mut zusprechen, ihm Mut machen, und schreibt in seinem ersten Brief an ihn im 6. Kapitel: 

Verlesung Predigttext 1. Timotheus 6.12-16 (Lut17) 

Auch Timotheus, ein junger Mann, suchte seinen Weg im Glauben, ja stand vor so einer Schwelle… wie ihr heute… er sollte Verantwortung übernehmen für seinen Glauben… wie ihr heute… Paulus weiß, dass Glauben nicht selbstverständlich ist. Er weiß, dass es leichter ist, sich treiben zu lassen (fernab von der Kirche oder Jesus Christus), als bewusst den Glauben zu leben (das hatte Paulus immer wieder auf seinem Weg als Apostel in unterschiedlichsten Gemeinden erfahren). Darum ruft er Timotheus – und damit auch euch Konfirmandinnen und Konfirmanden – dazu auf, aktiv euren Glauben zu leben... so wie ihr seid… mit euren Gaben, mit eurer Fantasie… in all eurer Einzigartigkeit… Die Schwelle, auf der ihr steht ist der Beginn eines bewussten Glaubenswegs mit Gott… ein Weg, der immer wieder Mut braucht. Mut, zu sich zu stehen. Mut, zu Gott zu stehen. Mut, für den Nächsten da zu sein. Mut, Entscheidungen zu treffen, die nicht immer bequem sind. Und dabei wählt er diese im ersten Moment irritierenden Worte: „Kämpfe den guten Kampf des Glaubens; ergreife das ewige Leben, wozu du berufen bist…“ Der „gute Kampf“ meint aber nicht Streit oder Gewalt. Er meint den inneren Einsatz für das, was trägt: Gerechtigkeit, Liebe, Standhaftigkeit, Sanftmut – all das nennt Paulus als Wegmarken.  Es geht darum, das Gute im Blick zu behalten… und damit: nicht Oberflächlichkeit soll das Leben bestimmen (nur das Aussehen, das Geld, die Selbstdarstellung... die besten Reels oder viele Likes), sondern das Vertrauen auf Gott… das Bekenntnis zu Jesus Christus… die Liebe zum Nächsten.

Und dann weitet Paulus den Blick: Durch dieses Bekenntnis zu Jesus Christus zeigt er, dass unser Leben aus dem Glauben von Gott getragen ist. Gott ist der „König der Könige“, der „in unzugänglichem Licht wohnt“ – Bilder für dieses Unaussprechliche, das ja mit Gott auch immer einhergeht (ich erinnere mich an die Stunde, in der es um die Gottesbilder ging… und wie schwer es fällt, Gott, den Unsichtbaren, einen Sinn zu geben). Dieser Gott, größer als alles, was wir begreifen können… aber er begleitet euch…. So wie der Psalm 91 sagt (X und Y haben diesen Spruch als Tauf- und Konfirmationsspruch gewählt): „Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen, dass sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.“ Gott ist nah, er hat euch zur Taufe geführt und berufen diesen Weg hierher zu gehen. Er sieht euch. Er stärkt euch.

Und somit könnt ihr auch entspannt bleiben… ihr müsst nichts für Gott tun… diese Kampfansage am Anfang reißt erst einmal hoch… ja beklemmt vielleicht sogar… weil sie ja an jede und jeden appelliert… und erst einmal wie das Gegenteil von Frieden wirkt…

viel wichtiger aber erscheint mir, dass wir wissen… dieser Glaube aus der Taufe… das was ihr zusammen mit der Gemeinde bekennt… ist ein Geschenk, eine Gnade… da muss ich nichts dafür tun… und das bleibt euch das ganze Leben erhalten. Kirche oder Gemeindekreise sind eine Einladung zu kommen, kein Zwang… die JG soll Spaß machen… und nicht ein Pflichttermin sein… eure Konfikärtchen für die Gottesdienstbesuche laufen ab, aber die Gottesdienste laden weiterhin ein, dass ihr kommt oder sogar mitmacht… Kirche braucht die Gemeinschaft.

Konfirmation heißt somit: Ihr sagt heute „Ja“ zu diesem Weg. Nicht, weil ihr schon alles wisst. Nicht, weil ihr schon alles könnt. Sondern weil Gott euch zuerst zugesagt hat: Ich bin bei dir. Dieses Versprechen trägt – stärker als Zweifel, stärker als Unsicherheit, stärker als alles, was euch im Leben herausfordern wird.

Darum: Ergreift das Leben, das Gott euch schenkt. Haltet fest an dem Guten. Lasst euch nicht entmutigen, wenn der Weg einmal schwer wird. Und vertraut darauf, dass Gott euch führt – heute, morgen und an jedem neuen Tag.

Der Friede Gottes, welcher höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

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