Andacht zum Ostersonntag, 31. März 2024

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Predigtarchiv

Andacht zum Ostersonntag, 31. März 2024

31.03.2024

von Prädikantin Katrin Hutzschenreuter

Liebe Leserinnen und Leser,
es war an einem Silvesterabend in einem Dorf in Siebenbürgen. Wir hatten einen Hilfstransport dorthin gebracht mit Kleidung und Medikamenten. Jetzt sitzen wir am Tisch in einem Gemeindesaal. Das Holz knackt im Ofen. Kerzen erhellen den Raum. Brot und Salz, Butter und Schinken, ein Krug Wasser, zwei Flaschen Wein. Die Heimat ist weit weg, die Gewohnheiten sind es auch. Einer sagt, wir säßen beieinander wie die Jüngerschar auf dem Gemälde da Vincis.
Jesus und seine Freunde. Das es das letzte gemeinsame Essen ist, ahnen die wenigsten. Erst lachen sie noch. Dann wird es ruhig. Das Lammfleisch duftet, aber die Luft riecht nach Gefahr. Jesus, der Aufrührer, heißt es auf den Straßen. Zu gut, um von dieser Welt zu sein. Er nimmt ein großes Stück Brot, bricht es, gibt es weiter. Auch den Wein gibt er in die Runde. Spricht Worte dabei, die voller Leben sind. Größer als groß, ein Vermächtnis. Liebt euch, wie ich euch liebe. Liebt einander von Herzen.
Das Brot hat uns gesättigt, dünnhäutig gemacht. Einer öffnet die Flaschen, schenkt allen ein. Ein Glas bleibt unberührt. Für einen, der noch kommt? Auf das Leben, sagt einer. Und auf die Liebe.
An diesem Abend habe ich noch einmal neu gespürt, wie das Essen miteinander verbindet. Der Gründonnerstag erinnert immer wieder neu daran – und jedes Mal, wenn wir miteinander Abendmahl feiern.
Dann kommt der Karfreitag, der Tag, an dem Jesus gekreuzigt wurde. Ein stiller Tag. Aber den braucht es, um sich auf die Osterfreude vorzubereiten.
Die Bibel erzählt davon, wie sich Jesus am Ostermorgen als Auferstandener zeigt.
Noch vor Sonnenaufgang hat sich Maria aufgemacht. Als sie schließlich im Garten ankommt, traurig, die Augen voller Tränen, da stürzt sie ins Bodenlose. Das Grab ist leer. Nun hat Maria gar nichts mehr. Keinen Jesus , kein Grab, das sie pflegen kann, an das sie sich setzen kann und weinen. Keinen Ort hat sie für ihre Liebe, keinen Raum, an dem sie sich ihm nahe fühlen kann. Da steht sie und weint. Eine einsame, todtraurige Frau in einem Garten. Plötzlich ist da noch einer. Keiner weiß, wo er hergekommen ist. Maria hält den Unbekannten für den Gärtner. Es ist fast so, als durchzöge diese Szene ein leises göttliches Lächeln und Verwunderung über den Menschen, der sieht und doch nicht sieht. Ein göttliches Lächeln über Maria, die Jesus holen will und nicht sieht, dass er schon längst vor ihr steht. Ein göttliches Lächeln über uns, die wir oft fragen: „Wo bist du, Gott?“, und dabei gar nicht merken, dass er ja immer schon da ist. Das ist kein selbstgefälliges göttliches Lächeln, kein allmächtiges Versteckspiel, kein schadenfrohes „Ach – du – dummer – Mensch“ - Lächeln. Es ist ein liebevolles, mitfühlendes Lächeln. Ich stelle mir vor, dass Jesus lächelt, als er nichts weiter sagt als den Namen. „Maria“. Ganz leise. Und jetzt erkennt sie ihn. Endlich. „Rabbuni“. Mein Meister. Jesus schickt Maria ins Leben zurück. Aber nicht mehr todtraurig und mit Tränen in den Augen, sondern mit lautem Lachen. Ganz leise hat Ostern begonnen. Eine Frau, ein Garten, ein leeres Grab. Plötzlich ist es laut. Die Glocken
überschlagen sich und läuten das Osterfest ein. Die Menschen auf der ganzen Welt rufen es sich zu, in allen Sprachen und zu allen Zeiten.

DER HERR IST AUFERSTANDEN! ER IST WAHRHAFTIG AUFERSTANDEN!

Ostersegen
Zum Anbruch der Dämmerung an diesem Ostersonntag möge der auferstandene Retter dein Zuhause segnen mit Gnade und Frieden, mit Freude und Lachen und mit Liebe.

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
AMEN.

Es segne und es behüte uns der allmächtige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

Herzliche Grüße
Ihre Katrin Hutzschenreuter, Prädikantin

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