Andacht zum Erntedankfest, 4. Oktober 2026

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Predigtarchiv

Andacht zum Erntedankfest, 4. Oktober 2026

03.10.2026

vorn Sabine Fischer, Gemeindepädagogin und Kantorin im Ksp. Osterzgebirge

Liebe Leser und Leserinnen!

„Wenn einem also Gutes widerfährt…“              

Erntedank steht vor der Tür. Wann fängt eigentlich Erntedank an? Wenn die ersten Radieschen das Abendbrot verfeinern oder die Brunnenkresse so früh im Jahr lockt, bei den Erdbeeren oder doch immer erst im Herbst?

Voller Freude erlebten wir, dass die Blüten zur Frucht vermehrt wurden. Trotz des viel zu trockenen Frühjahres/Sommers! Voller Sorge blickten die Bauern und Gartenliebhaber drein. Und nun: Herrlich, die Früchte an Sträuchern und Bäumen! (nur nicht jammern, dass es so viel Mühe macht!!)
Anderes sahen wir während unserer Urlaubs-Rundreise: vom Hagel zerstörte Felder, Getreide mit winzigen Ähren wegen Trockenheit. Und graue Wälder. Als meine Cousine aus der Hitzewelle im Westen Deutschlands zu Besuch kam, brach sie in Jubel aus: „Bei Euch ist ja alles grün und frisch!“ Welch ein schönes Bild ist der Anblick von Herden mit gesunden Tieren; von Mais, der in diesem Jahr übermannshoch gewachsen ist; von dicken, dampfenden Moospolstern im Wald nach einem Regenschauer… In Zeiten von Supermärkten geht viel davon verloren, dankbar zu sein.

Menschen arbeiten hart für eine gute Ernte! Auch dann, wenn die meisten feiern oder Feierabend haben. Mich trifft der Satz „Wer nichts wird, wird Landwirt!“ immer wieder ins Herz…
Wie weit weg von der Mühe ums täglich Brot leben wir in unserer Gesellschaft, wie hochmütig sind wir doch gegenüber unseren Mitmenschen und unserem Schöpfer!

„Aller Augen warten auf dich, und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit.“ Psalm 145, 15

Der Mensch kann säen, jäten, gießen, düngen. Aber wachsen lassen kann er nicht! Das ist nicht nur im Garten so! Auch unsere Kinder zeugen davon. Wachsen lassen kann ich sie nicht, nicht einmal sie selbst können dazu tun. Das ist Geschenk, das ist Segen und Wirken Gottes.

Werden wir uns wieder neu bewusst: es ist ein unbezahlbares Geschenk, wenn wir ernten, Heu einfahren, Pilze finden, Kinder begleiten, Lebensjahre feiern, (exotische) Früchte kosten und kaufen können, im Frieden leben und selbst schenken dürfen. So viel Gutes!!

Wenn einem also Gutes widerfährt, das ist schon ein großes „DANKE!“ wert.

Herzliche Einladung zum Ernte-Dank! Weit über den 4. Oktober hinaus. 

Gebet (aus EG 505)

O allerliebster Vater, du hast viel Dank verdient;
du mildester Berater machst, dass uns Segen grünt.
Wohlan, dich loben wir
für abgewandten Schaden,
für viel und große Gnaden;
Herr Gott, wir danken dir.
Zum Danken kommt das Bitten: du wollest, treuer Gott,
vor Feuer uns behüten und aller andern Not.
Regier die Obrigkeit,
erhalte deine Gaben,
dass wir uns damit laben,

gib friedevolle Zeit.
Gib, dass zu dir uns lenket, was du zum Unterhalt
des Leibes hast geschenket, dass wir dich mannigfalt
in deinen Gaben sehn,
mit Herzen, Mund und Leben
dir Dank und Ehre geben.
O lass es doch geschehn!

Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen.

Segen (aus Irland)

Gottes Liebe wärme dich
Gottes Liebe wärme dich.
Gottes Gegenwart umstrahle dich.
Gottes Geist möge in dir sein.
Gottes Kraft soll in dir wirken.
Gottes Zärtlichkeit soll dich beschützen.
Gottes Friede soll dich umgeben.
Amen.

Herzlich grüßt Sie

Sabine Fischer,
Gemeindepädagogin und Kantorin im Ksp. Osterzgebirge

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