25.07.2026
von Theresa Matthes
Andacht zum Wochenspruch
„Wandelt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.“ Eph. 5, 8b-9
Liebe Leserinnen und Leser!
Malen Sie sich einmal folgende Bilder vor Ihrem inneren Auge aus: Klares, kühles Wasser, das beim Schwimmen im See durch die Finger rinnt. Die Sonnenstrahlen am Morgen, die durch tauneblige Baumzweige brechen und den Waldweg mit hellen Sprenkeln überziehen. Der Moment, wenn ich an einem drückend hitzigen Sommertag eine wohlig kühle Kirche betrete und hoher Raum sich über mir öffnet. Die achtsame Begegnung mit einem Menschen, die Berühren und Teilen entstehen lässt und in freies leichtes Lachen mündet. Wie schön sind Momente dieser Art! Mit solchen Eindrücken vergleiche ich die Gefühle, die in mir entstehen, wenn ich diesen Bibelvers höre: „Wandelt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.“
Man kann diese Aufforderung als Appell eines Gottes hören, der unnachsichtig alle Geheimnisse ans Licht bringt. Ein Appell, der die Wahrscheinlichkeit mit sich bringt, dass ich beschämt werde, mir ungenügend vorkomme. Gerechtigkeit und Wahrheit haben da einen harten, unbarmherzigen Beigeschmack. Da sind der erhobene Zeigefinger und die in Falten gelegte Stirn, die mich daran erinnern wollen, nur ja alles richtig zu machen. Was das „Richtige“ sei, davon hat wohl jede von uns eine Stimme im Kopf. Die sagt: Beherrsche dich, falle nicht auf, gib ab, ordne dich unter, sei still, opfere dich auf, begnüge dich. Wandle nur ja auf dem schmalen Weg!
Man kann diesen Vers aber auch als Angebot eines Lebens in Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit hören. Als Angebot, von Spielereien, Täuschungen und Bewertungen Abstand zu nehmen. Eine Einladung, damit aufzuhören, sich selbst und anderen etwas vorzumachen. Mir kommen Worte in den Sinn, die Albert Einstein zugeschrieben werden: „Ist man einmal verrückt, ist alles leicht. Aber wie schwer ist der Weg dahin.“ Doch können Sie sich vorstellen, wie es sein mag, wenn man sich traut, mit der Unverblümtheit eines Kindes man selbst zu sein? Und zu wissen, dass Gott dieses wilde und stille, mutige und ängstliche, schöne und manchmal auch hässliche Kind um alles in der Welt liebt. Dann sind Güte und Wahrheit und Licht etwas Lebendiges, bunt Schillerndes. Etwas, das sich leicht anfühlt.
Wenn ich mich selbst in diesem Lichte vor Gott sehen kann, dann wird es mir möglich auch anderen Menschen so zu begegnen. Denn der Vers ermutigt uns, in diesem Licht zu leben und andere mit hineinzunehmen. Gewissermaßen mit dieser Haltung in Vorleistung zu gehen. Wenn andere urteilen oder es gerade nicht besser können, dann die Masken abzunehmen und einander in Liebe zu begegnen. „Ihr seid das Licht der Welt.“, sagt Jesus. Klar, das verlangt Mut und Übung. Früchte erntet man auch nicht nach einer Woche. Es ist ein Wandeln.
Auf welchen Wegen werden Sie in dieser schönen Sommerzeit wandeln? Auf fremden oder vertrauten? Leichten oder schweren? Wir wissen: Wege wollen gegangen werden. Und manchmal weiß man noch nicht, wo sie einen hinführen.
Der Schreiber des Epheser-Briefes erinnert die ersten Christen daran, weise zu sein. Sie sollen bedenken, mit welcher Liebe Christus sie erlöst hat und wie kostbar ihr Leben ist. Es ist zu schade, um es mit halben, krummen Sachen im Schatten zu verbringen. Wir sind herausgerufen ins Licht.
Amen.
Gebet (von Tobias Petzoldt)
So wie die Nadel nach Norden,
die Pflanze zum Licht,
das Junge zur Mutter,
will ich meine Schritte und Pläne
stets richter nach Dir,
mein Gott.
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen.
Segen
Das wird kein Segen, der dich einfach heilt, auffängt, dir Versprechen macht.
Das wir ein Segen, der sich zu dir setzt, schweigt, zuhört und deinen Blick darauf richtet, was dir Licht schenkt. Lass ihn dir schenken, den Segen. Für dich. (von Josephine Teske)
Der HERR segne dich und behüte dich. ER erhebe sein Angesicht auf dich. ER lasse sein Angesicht leuchten über dir und gebe dir Frieden.
Amen.
Herzlich grüßt Sie,
Theresa Matthes
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