Andacht zum 16. Sonntag nach Trinitatis, 20. September 2026

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Predigtarchiv

Andacht zum 16. Sonntag nach Trinitatis, 20. September 2026

19.09.2026

von Kristine Eckert, Theologiestudentin und z. Z. Praktikantin in der Kirchgemeinde am Dom Freiberg

„Deshalb beuge ich meine Knie vor dem Vater, von dem jedes Geschlecht im Himmel und auf Erden seinen Namen hat […]“ (Eph 3,14)

Liebe Leser und Leserinnen!

haben Sie schon einmal erlebt, dass jemand Ihren Namen falsch ausgesprochen oder falsch geschrieben hat? Meistens ist das eine Kleinigkeit: ein Buchstabe zu viel oder einer zu wenig. Das kann passieren – und trotzdem fühlt es sich ein wenig so an, als hätte man nicht nur die Buchstabierung, sondern uns als Person falsch verstanden.

Meist geschieht das nicht aus böser Absicht. Aber was daraus werden kann, wenn Namen bewusst missbraucht werden, führt uns die NS-Zeit vor Augen: Millionen von KZ-Häftlingen wurde der eigene Name genommen und durch eine Nummer ersetzt. Ein perfider Teil von systematischer Entmenschlichung und Entwürdigung. 

All das zeigt, dass Namen mehr sind als pragmatische Etiketten. Sie tragen Bedeutung.

Jemanden beim Namen zu nennen, das bedeutet, sie oder ihn persönlich anzusprechen. Es sagt auf simpelste Weise: Ich kenne dich.

Jemandem einen Namen zu geben, das bedeutet, Zugehörigkeit zu schaffen. Mag es der Familienname sein, der bei jeder Unterschrift auf die gemeinsamen Wurzeln verweist, oder der Spitzname im Freundeskreis, den nur die ‚Eingeweihten‘ erklären können. Auch der Kosename, der den besonderen Wert des Lieblingsmenschen zum Ausdruck bringen soll. – Ganz gleich ob „Schmidt“, „Schnappi“ oder „Schatz“, jeder Name zeigt Nähe und Verbundenheit.

Über jede Einzelperson hinaus tragen Namen Geschichte und Tradition. Der Senior vermacht dem Junior das Familiengeschäft, Straßennamen halten die Erinnerung an markante Persönlichkeiten wach, die Kirche tauft im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Ein „Vater, von dem jedes Geschlecht seinen Namen hat“, beschreibt genau das: Einen Gott,

der uns persönlich kennt, der Verbindung schafft und mit uns Geschichte schreibt!

Gott wird uns nicht durchnummerieren, wir werden niemals anonymisiert in der Masse untergehen. Gott gibt uns einen Namen und verleiht uns damit Bedeutung und Wiedererkennungswert. Wenn Gott an uns herantritt, dann ohne Rechtschreibfehler. 

Amen.

Gebet

Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen.

Segen

Gott segne dich und behüte dich;
Gott lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig;
Gott hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

Amen.

Herzlich grüßt Sie
Kristine Eckert

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