Andacht am Sonntag Rogate, 10. Mai 2026

We are sorry - this page is not available in your language.
You might use Google Translate™ to get an automatically translated version of this page by clicking the following link:

Predigtarchiv

Andacht am Sonntag Rogate, 10. Mai 2026

09.05.2026

von Prädikantin Katrin Hutzschenreuter

Liebe Leserinnen und Leser,

die Sonntage nach Ostern haben interessante Namen. Während wir an den beiden vergangenen Sonntagen aufgefordert wurden zu jubeln und zu singen, heißt dieser Sonntag Rogate. Das bedeutet: „betet“. Aber wie tut man das am Besten? Diese Frage beschäftigte auch die Jünger von Jesus. Und er gab ihnen Tipps. Als Erstes – gebt nicht damit an, dass ihr betet, stellt euch nicht zur Schau. Als Zweites – macht nicht so viele Worte und kommt nicht ins Plappern. Das kürzeste Tischgebet habe ich von einer Bewohnerin unserer Einrichtung gelernt. Sie betet vor dem Essen: „Hunger. Danke. Amen.“ Kein Wort zu viel, und alles ist gesagt. Das gilt auch für das Vaterunser. Dieses Gebet hat Jesus selbst seine Jünger gelehrt.

Das Vaterunser ist etwas, was alle Christen auf der ganzen Welt gemeinsam haben. Ein Gebet, das Jesus seinen Jüngern hinterlassen hat – und damit auch uns. Ein Gebet, als Antwort auf die Frage seiner Jünger – Herr, wie sollen wir beten? Alle Christen beten das, und der Rhythmus ist überall der Gleiche. Ich behaupte: wenn einer auf Chinesisch oder Suaheli das Vaterunser beten würde, würden wir das erkennen, allein am Rhythmus, ohne ein Wort zu verstehen. Ich war mal in einem Gottesdienst in Polen. Oft hatte ich keine Ahnung, was gesprochen wurde. Aber das Vaterunser habe ich erkannt. Ich habe es mitgebetet, natürlich auf Deutsch, die anderen auf Polnisch und im gleichen Rhythmus. Wir waren alle gleichzeitig fertig, es hat wunderbar funktioniert.

Jesus hat immer wieder zum Beten ermutigt. Vielfältige Formen des Betens finden sich in der Bibel: die Bitte um Vergebung, das stellvertretende Einstehen für andere, der Dank. Betet! Laut oder leise, allein oder mit anderen, frei oder mit geprägten Worten.

Der Tag kann so beginnen und er kann so enden. Vielleicht hilft Ihnen ein kurzer Rückblick auf den Tag, ein Innehalten, um zu erkennen, wofür Sie dankbar sein können. Sie können Gott auch die Menschen ans Herz legen, die Ihnen wichtig sind. Zu Coronazeiten haben sich manche angewöhnt, während des Händewaschens ein Vaterunser zu beten. Das dauert etwa 30 Sekunden – exakt die Zeit, die für das gründliche Händewaschen empfohlen wurde.

Das Kämmerlein des Gebetes muss kein eigener Meditationsraum mit Kerze oder Klangschale sein. Gott weiß, was ihr braucht, bevor ihr ihn bittet. Gott braucht weder Kirchen noch Meditationsbänkchen noch viele schöne Worte. Der Stoßseufzer in der Küche, das „Danke“ am gedeckten Tisch, die stumme Bitte beim Entzünden einer Kerze, das Beten am Abend im Bett, über dem ich einschlafe – das alles ist auch beten. es ist einüben in das Vertrauen darauf, dass Gott schon weiß, was ich brauche.

Ich werde daran erinnert, dass das tägliche Brot genauso notwendig ist wie die Vergebung untereinander. Und ich werde daran erinnert, dass da zwischen Himmel und Erde kein Ort ist ohne Gott.

Amen. 

Gebet

Gott, ich will gar nicht immer beten: Tu dies oder mach das, will gar nicht erinnern und drängeln, was alles noch passieren soll. Viel lieber will ich beten: Hier bin ich und jetzt kommst du.

Gott, schenke uns Worte, mit denen wir mit dir sprechen können. Schenke uns Ohren, die deine Antworten hören. Offene Herzen, Freude und Mut, Liebe, Geduld und Sehnsucht nach dir. Ich bete auch, um mich zu erinnern, dass du für mich da bist und alle meine Lieben.

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Segen

Und so schenke uns Gott seinen Segen:

Dass wir nicht müde werden, sondern mit wachem Geist in den Tag und in die Zukunft schauen.

Er stärke unser Vertrauen in ihn und in das Gute, das sich mit seiner Hilfe ausbreiten kann.

Gott lasse sein Angesicht über uns leuchten, damit wir sehen und hören und spüren:

Er ist da!

AMEN. 

Herzliche Grüße
Katrin Hutzschenreuter

all news


Kommentare

No comments

Add comment

Fields marked with an asterisk (*) must be filled.

to top