Kleine Silbermannorgel von 1719 generalüberholt

Kleine Silbermannorgel von 1719 generalüberholt

07.05.2013 von Albrecht Koch

Kleine Silbermannorgel von 1719 im Freiberger Dom generalüberholt - Wiedereinweihung am 29.4.13

Kleine Silbermannorgel von 1719 generalüberholt

In den vergangenen Wochen wurde die kleinere der beiden Silbermannorgeln im Dom St.Marien zu Freiberg (Sachsen) generalüberholt. Unter anderem war das Instrument aus dem Jahr 1719 stark verschmutzt und von einem Schimmelpilz befallen. Mitarbeiter der Dresdner Orgelbaufirma Jehmlich reinigten in mühevoller Kleinarbeit alle Pfeifen, die Windladen sowie alle Holzteile im Inneren des Instrumentes. Auch wurden die wenigen technischen Mängel des wertvollen Instrumentes behoben und die Luftzirkulation verbessert, um erneuten Schimmelbefall vorzubeugen. Zu den Gesamtkosten von 16.000 Euro steuerte die Domgemeinde knapp zwei Drittel bei, den Rest finanzierte die sächsische Landeskirche. Die Domgemeinde dankt dabei besonders den zahlreichen Spendern, die für die Überholung in den vergangenen Monaten über 5.000 Euro stifteten.

Am kommenden Sonntag, den 28. April, wird die Orgel in einem festlichen Gottesdienst um 10 Uhr wieder ihrer Nutzung übergeben. Es erklingt die Vertonung des 150. Psalms „Lobet den Herrn“ aus der Feder des vormaligen Freiberger Domkantors und späteren Leipziger Thomaskantors Johann Friedrich Doles. Es musizieren der Freiberger Domchor, ein Barockorchester sowie Heidi Maria Taubert (Sopran) und Sebastian Knebel (Orgel) unter der Leitung von Karl Hänsel. Die Predigt hält der Freiberger Superintendent Christoph Noth.

Die so genannte Kleine Silbermannorgel wurde von Gottfried Silbermann als sein drittes Freiberger Instrument zwischen 1718 und 1719 für die Johanniskirche gebaut. Sie vereint auf einem Manual und Pedal 14 Register mit 787 klingenden Pfeifen. 1939 wurde sie in den Freiberger Dom umgesetzt, nach dem die Johanniskirche wegen Baufälligkeit einzustürzen drohte. Dort fand sie auf dem Lettner – der Chorraum und Kirchenschiff trennenden Empore – ihren Platz. Schon Anfang des 16. Jahrhunderts stand dort eine Orgel zur Begleitung der Chorknaben. Heute wird sie in Gottesdiensten, Orgelkonzerten und zur Begleitung von Chor- und Instrumentalmusik genutzt und bildet ein kleines, aber gewichtiges Pendant zur Großen Silbermannorgel von 1714 auf der Westempore.

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kleine Silbermann Orgel von 1719

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