Predigten am 9. Sonntag nach Trinitatis, 13. August 2017, zum gemeinsamen Gottesdienst der Domgemeinde und der International Students Christian Fellowship (ISCF)

Predigten am 9. Sonntag nach Trinitatis, 13. August 2017, zum gemeinsamen Gottesdienst der Domgemeinde und der International Students Christian Fellowship (ISCF)

16.08.2017

zu Matthäus 25, 14 - 30; gehalten im deutsch-englischen Gottesdienst von Dompfarrer Urs Ebenauer und Ayo Joseph Adeoye (ISCF)

Die Predigt wurde von Dompfarrer Urs Ebenauer in englischer Sprache gehalten:

 

Liebe Gemeinde,
unterschiedliche Christen lesen die Bibel in unterschiedlicher Weise. Das ist normal und niemanden sollte das überraschen. Ein Beispiel ist das Verständnis von Gleichnissen. Die Bibelausleger unserer Kirche haben mich gelehrt, dass es bei einem Gleichnis nicht darauf ankommt, Zug um Zug eine Bedeutung herauszulesen. Wenn man ein Gleichnis liest oder hört, muss man die Pointe herausfinden. Was wollte Jesus sagen, als er die Geschichte erzählte? So hat es beispielsweise keine Bedeutung, dass der eine Knecht fünf Zentner vermehrt hat und der andere nur zwei. Alle beide werden von ihrem Herrn in gleicher Weise gelobt. Man braucht sich nicht zu fragen, was der Unterschied bedeutet. Er hat keine Bedeutung.
Aber auch, wenn Ayo Adeoye und ich das Gleichnis unterschiedlich interpretieren, kommen wir zu einem ganz ähnlichen Ergebnis: Die Pointe dieses Gleichnisses ist, sein Talent nicht zu vergraben. Jesus geht es darum, dass wir alle von Gott Gaben geschenkt bekommen haben. Dabei kommt es nicht darauf an, wie groß die Gaben sind oder wo sie liegen. Es kommt darauf an, dass wir unsere Gaben, die wir haben, nutzen – für andere, für die Kirche, für unser Land oder die Gesellschaft. Jesus möchte, dass wir etwas aus unseren Gaben machen und sie nicht verschwenden. Aus diesem Grund werden die in gleicher Weise gelobt, die etwas aus dem Kapital gemacht haben, das ihnen anvertraut worden ist. Der aber, der es sinn- und nutzlos vergraben hat, wird getadelt.
Nun wissen wir, dass jeder Mensch ganz unterschiedliche Gaben hat. Einer kann gut organisieren und daher gut eine ganze Gemeinde oder auch nur einen Arbeitskreis leiten. Ein anderer hat künstlerische, musikalische Begabungen und kann daher gut für die Musik in einem Gottesdienst verantwortlich sein. Wieder andere können mit ihrem ausgeglichenen Wesen die Atmosphäre um sich herum in guter Weise prägen und dafür sorgen, dass es keinen Streit und keine Konflikte gibt. Gott hat uns allen unterschiedliche Gaben gegeben. Keine ist besser oder schlechter. Aber es ist wichtig und notwendig, dass wir etwas daraus machen – für andere, die Kirche, unsere Mitmenschen und zum Lobe Gottes.
Wir haben als Domgemeinde Gemeindeglieder, die ihre Talente vergraben. So sind für schon seit langem auf der Suche nach einem Mitglied unseres Finanzausschusses, aber wir finden niemanden. Die gefragt wurden, trauen es sich nicht zu diese Aufgabe zu erfüllen oder sie meinen keine Zeit dafür zu haben. Ebenso suchen wir jemanden, der bereit wäre den Kaffee für das Kaffeetrinken nach dem Gottesdienst zu kochen. Aber niemand außer denen, die das schon machen, will sich ihnen anschließen. Manche vergraben ihre Talente lieber in der Erde. Darüber ist Gott sicherlich traurig, vielleicht sogar zornig. Aber er trägt es mit der Barmherzigkeit, die am Kreuz Jesu sichtbar geworden ist.
Aber es gibt auch die anderen. Ich denke an die, die Kranke in ihren Familien pflegen. Ich denke an die, die in unserer Gemeinde mitarbeiten und alle Aufgaben übernehmen, um die sie gebeten werden. Ich denke an die, die sich um die Flüchtlinge in unserer Stadt kümmern – unabhängig von deren Glauben-----.
Das Wort Jesu gilt aber nicht nur Einzelnen. Man kann es auch auf die unterschiedlichen Kirchen, Gemeinden, christlichen Gemeinschaften anwenden: In unserer Domgemeinde haben wir nicht das Talent zu singen und zu tanzen, wie es Afrikaner gern tun, aber dennoch haben wir wunderbare Musik, die die Herzen anrührt. Unser Talent ist sicherlich nicht die Spontaneität, aber wir haben Rituale mit einer langen Tradition, die man leicht nachvollziehen kann, wenn man sie gelernt hat. Wir gehen nicht auf die Straße und verkündigen das Evangelium. Aber wir sind offen für Menschen, die keinen oder kaum einen Glauben haben. In diesen Dom kommen viele Besucher und hören bei einer Führung etwas von Jesus Christus, die nie in einen Gottesdienst kommen würden.
In Bezug auf die Kirchen gilt dasselbe wie für jeden Einzelnen. Die Gaben oder Talente mögen unterschiedlich sein. Das ist für Jesus Christus nicht das Entscheidende. Es kommt darauf an, die unterschiedlichen Talente fruchtbar werden zu lassen – zum Lobe Gottes und zum Nutzen für unsere Mitmenschen.
Amen.

 

Die Predigt wurde von Ayo Joseph Adeoye (ISCF) in deutscher Sprache gehalten:

 

SHORT EXHORTATION
It cannot be disputed that there are more ways in which this bible passage can be interpreted. Because it is a parable, it is to be expected that the Holy Spirit gives a person an interpretation that fits the present situation.
But from the standpoint of the good news of Jesus Christ and its propagation, one of the interpretations could read so:
· That the man who undertook a far journey represents Jesus.
· That the country to which he was travelling represents heaven.
· That the servants represent the apostles, pastors and professing Christians.
· That the talents represent the gifts which God has given us to trade with. These gifts include skills, abilities, family connections, social positions, education, experiences, etc. (which obviously differ for everybody).
One finds the trade, in this sense, in the gospel according to Luke, chapter 2 v 49. That is the trade of the Father. (In the King James Bible, “my Father’s business” is written here).
It’s also written in the gospel according to John (chapter 9 v 4) that Jesus said “I must work the works of Him that sent me, while it is day: the night cometh, when no man can work.” (KJV) 
· That the place where this gifts are to be used in trading represents this world.
If one would put these five sentences together, one would then be able to say that:
Jesus went to heaven, and that before He left this world, he gave the professing Christians (who have really accepted His salvation) a task – The Father’s business/ The Father’s trade. Furthermore, one can say that He gave us gifts as well which are to be used in carrying out this task. We must always remember that we will give account to God.
But the first step that has to be taken in order to offer unto God an  acceptable work is that one accepts Christ as his/ her Lord and Saviour (John 6:29). No, it’s not sufficient that we only do good or go into the world and preach the good news alone. We have to first of all repent of our sins (Acts 3:19) and experience the new birth (Romans 10:9-10), before we start with the execution of this task.
How is your relationship with God presently? Let’s assume you die suddenly, where are you going? To hell, or to heaven? Please decide before it is too late. After one has taken this step (i.e. after one has accepted Jesus Christ as his Lord and Saviour), one should read the Bible and pray daily in order to cultivate this relationship, and so that God remains real to him/her. Through the prayer, we show God, among other things, that we depend on Him to be able to lead a Christian life and please Him. One should also have communion with fellow Christians, because one now belongs to the Church and God’s family (Hebrews 10:25).
It should not be a surprise that there is no acceptable excuse we could ever tender as reason for not doing this task (just like the excuse of the servant with one talent was not acceptable).
Also consider this thought, that at the end the faithful servants were commended while the unfaithful servant was rebuked and thrown into outer darkness.
· That tells us that faithful service to God Almighty leads to increased responsibilities, and ultimately eternal joy in the presence of the Master, Jesus Christ. But if one is unfaithful, living for himself in this world instead of doing the things that please God the Father, then the end is condemnation, removal of one’s stewardship, and an eternity of weeping and gnashing of teeth in outer darkness (far away from the presence of the LORD).
As regards the Task, it would perhaps be good to mention again, that we will have to give account to God. This world needs the truth, let us go into our neighbourhood, and into the world to “preach the gospel to every creature…” with the help of the Holy Spirit (in love, with compassion, and a godly lifestyle). And may God bless our efforts in Jesus name.

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