Predigt am 3. Sonntag nach Ostern (Jubilate), 22. April

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Predigt am 3. Sonntag nach Ostern (Jubilate), 22. April

23.04.2018

zu 1. Korinther 3, 21b - 23; gehalten von Dompfarrer Urs Ebenauer im Konfirmationsgottesdienst

Liebe Konfirmanden, liebe Eltern und Paten, liebe Gemeinde,
als ich ein Kind war, stand so ein Globus in vielen Wohnzimmern. Vielleicht, weil man damals die Welt eher mit dem Finger auf dem Globus bereisen konnte als mit dem Flugzeug. Denn das kostete damals ein Vermögen.
Heute ist das anders. Eurer Generation steht ganz buchstäblich die Welt offen. Manche gehen nach der 10. Klasse für ein halbes oder ein ganzes Jahr ins Ausland. Andere machen nach der Schule ein Freiwilligenjahr z. B. in Afrika. Die Welt steht euch buchstäblich offen. Den Globus einmal drehen. Aber auch wenn ihr unser Land niemals verlassen wollt: Das Leben liegt euch auch hier bei uns zu Füßen. Ihr habt alle Möglichkeiten. Das ganze Leben steht euch offen. Ja, noch müsst ihr ein paar Jahre zur Schule gehen und Eure Eltern haben die Verantwortung für euch. Aber es dauert nicht mehr lange, dann ist es so weit. Und heute geht ihr den ersten Schritt zum Erwachsenwerden. Mit der Konfirmation bekommt ihr alle Rechte eines erwachsenen Christen, die wir euch geben können. „Alles ist euer“, sagt der Apostel. Alles steht euch zur Verfügung. Alles könnt ihr tun. Alle Türen sind für euch offen. Die Reise durch das erwachsene Leben beginnt.
Wenn man eine Reise antritt, nimmt man in der Regel auch Gepäck mit. Rucksack hervorholen. Gott hat euch gute Gaben für die Reise durch das Leben mitgegeben. Ich habe euch in der Konfirmandenzeit als ganz wertvolle Menschen kennengelernt. Jede von Euch und jeder von Euch ist auf seine Weise etwas Besonderes. Annekathrin, die in ihrem Nachdenken über den Glauben schon so weit ist. Annika, die still und bescheiden ist und dabei oft ganz tiefgründig. Justus, der so jungenhaft wirkt und gleichzeitig sich so ernsthafte Gedanken macht. Florian, der so herrlich lachen kann. Hannah, die mit ihrer Fröhlichkeit so ansteckend wirkt. Maike, die in ihrer zurückhaltenden Art doch immer ganz bei der Sache und zudem eine verlässliche Freundin ist. Michelle mit ihrem schauspielerischen Talent. Wilhelm mit seiner schönen Stimme, die die Kurrende bereichert. Ihr alle habt diese und noch viel mehr gute Gaben von Gott in diesen Rucksack gepackt bekommen; Eure Talente, Eure Fähigkeiten, Eure Charaktereigenschaften. Ihr habt Eure Familien, die für Euch ein Halt sind und euch durch das Leben begleiten. Ihr habt nicht zuletzt auch euren Glauben an Christus, den Gottes Geist euch geschenkt hat. So vieles Gutes steht euch zur Verfügung. Mit den Worten des Apostels: „Alles ist euer“. Mit diesen guten Gaben könnt ihr die Reise durch das Leben gut bewältigen. Ihr müsst nur aus den guten Gaben etwas machen, Eure Fähigkeiten und Talente nutzen.
Nun muss man bei einer Reise aber auch wissen, wo es denn lang gehen soll und wie die Wegstrecke zu bewältigen ist. Bei einer wirklichen Reise ist da ein Smartphone ganz hilfreich. Smartphone mit google maps zeigen. Damit kann ich mich über Reiseziele informieren und wenn ich mich mal verirrt habe, hilft eine App mit Navigationssystem. Für die Reise durch das Leben reicht ein Smartphone allerdings nicht aus. Auch wenn manche das zu denken scheinen. Im wirklichen Leben brauchen wir eine Orientierung, die eine App wie Google Maps einem nicht geben kann. Aber diese Orientierung steht euch ja zur Verfügung. „Alles ist Eurer“, schreibt der Apostel, „ihr aber seid Christi“. Christus ist sozusagen der Ort, auf den wir hin orientiert sind. Er ist der Pol, auf den hin sich unser innerer Kompass ausrichtet. Der Glaube an Christus ist die entscheidende Orientierung für das Leben.
Es gibt ja heute viele Menschen, die orientieren sich an dem, was die Medien ihnen vorgeben: Facebook ist toll; zu Halloween sammelt man Süßigkeiten ein; ein cooler Typ ist, wer ins Fernsehen kommt und sich dann dort nackt auszieht; glücklich ist, wer viel Geld hat. Das ist alles großer Quatsch. Worauf es wirklich im Leben ankommt, sagt uns das Evangelium. Da ist vor allem der Glaube: die Zuversicht, dass Gott wir von Gott getragen werden im Leben, egal, was kommt; das Vertrauen auf die Liebe und Vergebung Christi; die Hoffnung, dass dieses Leben nicht alles ist. Da sind die Menschen, die zu einem gehören in guten wie in schweren Zeiten. Da ist die Bereitschaft zu vergeben und – noch mehr – Versagen und Fehler einzugestehen. Die Bereitschaft zu helfen, Mitmenschlichkeit zu leben, Verantwortung zu übernehmen. Das sind die Orientierungspunkte, die Christus uns gibt. Darauf kommt es an. Wenn wir das vor Augen haben, wird das Leben gut. Mögen viele sich dem verschreiben, was die Medien uns erzählen: „Wir aber sind Christi“, wie der Apostel es sagt. Wir gehören zu Christus. Wir sind mit ihm verbunden. Er gibt uns die innere Stärke, den Weg durch das Leben in guter Weise zu bewältigen. In der Verantwortung vor ihm wird unser Leben gut. Durch ihn finden wir heraus, wo es lang geht. Christus ist die beste App für unser Leben. Smartphone wieder einstecken.
Wenn sie sich auf den Weg machen, packen sich viele ganz zum Schluss noch so etwas ein. Schokoriegel zeigen. So ein Schokoriegel ist in zweierlei Hinsicht nützlich. Einmal kann er einem die Pausen auf dem Weg im Wortsinn „versüßen“. Außerdem hilft er auch, wenn man plötzlich großen Hunger hat und es nichts zu essen gibt. Wer dann nichts dabei hat, fällt in ein Hungerloch. Vor allem, wenn man zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs ist. Ein Schokoriegel hilft dagegen, seinen Weg weiter zu gehen oder zu fahren.
Mit Jesus Christus ist es auch so – natürlich in ganz anderer Hinsicht. Denn der Glaube an ihn ist eine unglaubliche Kraftquelle; im Glauben spüren wir, wie wir getragen werden – gerade auch auf schweren Wegstrecken unseres Lebens. Wir wissen: Wir gehören zu Christus; er ist an unserer Seite; er hat uns so unendlich lieb – so sehr, dass er sein Leben für uns gegeben hat; er ist gerade dann an unserer Seite, wenn es mal nicht so läuft. Was kann uns passieren, wenn wir ihn an unserer Seite haben? Das zu wissen, gibt einem ganz viel Kraft. Viel mehr als ein Schokoriegel bei Unterzuckerung.
Aber der Glaube „versüßt“ in gewisser Weise auch das Leben. Er ist natürlich kein Zuckerguss, aber der Glaube macht das Leben schön. Er lässt uns nämlich die Dinge mit anderen Augen sehen. Heute gibt es ja viele Menschen, die alles Wunderbare in ihrem Leben einfach für selbstverständlich halten und gar nicht sehen, wie gut es ihnen geht. Das Resultat ist dann, dass sie unzufrieden sind. Uns geht es da anders. Im Glauben erkennen wir: Das alles hat Gott uns geschenkt. Wir sind dankbar für alles Schöne und Gute im Leben. Das lässt einen das Leben ganz anders genießen als man es sonst könnte. Das lässt uns zufrieden sein. Schokoriegel in den Rucksack legen.
So, nun ist alles vorbereitet. Ihr könnt in das Leben starten. Alles steht euch zur Verfügung. Alles ist euer:
-          Gute Gaben und Talente, mit denen ihr Euer Leben gut bewältigen werdet;
-          eine Orientierung durch den Glauben an Christus, dass ihr wisst, wo es langgeht und worauf es ankommt
und nicht zuletzt:
-          das Vertrauen auf Christus, die einzigartige Kraftquelle für das Leben.
Geht damit hinein in das Leben; alles steht euch offen. Geht euren Weg mit Christus. Denn ihr gehört zu ihm. Er wird euer Leben gut machen.
Amen.

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