Andacht zum Sonntag Rogate, 17. Mai 2020

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Predigtarchiv

Andacht zum Sonntag Rogate, 17. Mai 2020

16.05.2020

gehalten von Superintendentin Hiltrud Anacker

Liebe Gemeinde,
heute möchte ich Sie einladen, ein Labyrinth zu betreten. Keine Angst: Ein Labyrinth ist kein Irrgarten. Im Labyrinth kann man sich nicht verlaufen, es gibt keine Sackgassen, man braucht nur Mut, immer vorwärts zu gehen und sich nicht irritieren zu lassen. Sie finden sich manchmal auf Feldern als touristischer Anziehungspunkt. Sie kennen vielleicht das Labyrinth in der Kathedrale von Chartres. Auf dem meditativen Weg durch das Labyrinth suchen Menschen Ruhe, sich selbst, Gott. So kann dieser Weg zu einem Gebet werden.
In einem Text dazu heißt es: „Es gibt nur einen schmalen Einschlupf in das Labyrinth. Nur hier kannst du eintreten. Es ist nicht einfach: der Lärm muss draußen bleiben. Unterwegs weißt du meistens nicht, wo du bist, ob nah oder fern dem Ziel. Scheint es nah, ist es gleich darauf ungewiss - wie immer auf dem Lebensweg. Aber gib nicht auf! Geh Schritt für Schritt, die Mitte umkreisend. Wenn du sie findest, findest du dich selbst, deine eigene Mitte und zugleich Gott, der alles umfasst und in dem die Welt, ein jeder Mensch und du selbst ihren Grund haben.“
Gehen Sie den Weg des Labyrinthes nach (wenigstens mit den Augen). Betreten Sie es beim einzigen Eingang. Steht dieser für unsere Geburt, den Beginn eines neuen Lebensabschnitts, den Schritt in eine neue Aufgabe, den Anfang unseres Glaubenslebens? Wir haben im Leben bei manchem eine Wahl, aber nicht immer. Wir werden freundlich oder unfreundlich willkommen geheißen. Das Herz klopft. Wie wird das ausgehen? Werde ich ich selbst sein können? Wo ist die/meine Mitte?
Wir gehen weiter. Schön wäre es, glatt durchgehen zu können, die Sache einfach im Griff zu haben, immer zu wissen, wer wir sind, immer zu wissen, worauf wir zugehen. Aber so einfach ist das nicht. Am Anfang  des Weges scheint es, wir kommen gut voran. So nah kommen wir der Mitte. Das gibt Sicherheit. Alles läuft gut. Wir haben fast schon gefunden, was unser Leben trägt. Ich weiß, wer ich bin. Ich weiß, was ich will. Vielleicht kann ich auch formulieren: „Gott führt mich auf ebener Bahn“.
Und dann? Der Weg führt wieder nach außen. Alles wird anders, in Frage gestellt. Was mache ich? Wo stehe ich? Der Boden unter den Füßen schwankt. Vielleicht frage ich auch:  „Wo ist Gott?“ Ich komme immer weiter weg vom Ziel, so scheint es. Ich entgleite mir. Gott, von dem ich glaubte, er sei mein Ziel,  auch. Dann heißt es: „Gib nicht auf! Geh Schritt für Schritt, die Mitte umkreisend. Wenn du sie findest, findest du dich selbst, deine eigene Mitte und zugleich Gott“
Bei unserem konkreten Labyrinth  ergibt der Weg Linien. Es können Lebenslinien sein. Aus ihnen entsteht ein Kreuz. Das können wir deuten. Entweder führen sie aus der Beliebigkeit unseres Lebens zu einem Mittelpunkt, oder – aus christlicher Sicht – der Mittelpunkt, Gott, erreicht uns in den unterschiedlichsten Bereichen unseres Lebens.
Gott ist der, „der alles umfasst und in dem die Welt, ein jeder Mensch und du selbst ihren Grund haben.“
Amen.
Es grüßt Sie herzlich
Superintendentin Hiltrud Anacker

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