Andacht zum Sonntag Miserikordias Domini, 26. April 2020

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Andacht zum Sonntag Miserikordias Domini, 26. April 2020

26.04.2020

zu 1. Petrus 2, 25; gehalten von Dompfarrer Urs Ebenauer

„Ihr wart wie irrende Schafe. Aber ihr seid nun umgekehrt zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen.“

Liebe Gemeinde,
ich erinnere mich an einen Urlaub auf Island aus einer vergangenen Zeit. Im Hochland, oft über weite Flächen verteilt, sahen wir einzelne Schafe und fragten uns: Wie finden die eigentlich die anderen wieder? Sie geben mir eine Vorstellung davon, was die „irrenden Schafe“ sind, von denen der Apostel im 1. Petrusbrief im 2. Kapitel schreibt, dem Text für diesen Sonntag.
Wie irrende Schafe fühlen sich in dieser Zeit viele Menschen. Wir wissen nicht so richtig, wo der Weg langgehen soll. Wohin kommen wir als Einzelne, wohin als Land, als Weltgemeinschaft? Werden wir morgen noch unseren Arbeitsplatz haben? Sind die paar Rücklagen, die wir uns vielleicht angelegt haben, bald aufgezehrt, wenn es keine Einnahmen gibt? Was wird werden?
Wir sind aber auch in anderer Weise irrende Schafe. Denn es mangelt uns – nicht nur in der Krise - an Orientierung. Viele haben kein Ziel für ihr Leben, das über die materiellen Dinge hinausgeht. Wir überlegen nicht zuletzt zu wenig, welche Folgen unser Handeln im Kleinen wie im Großen eigentlich hat. Wir Menschen greifen beispielsweise weltweit in Ökosysteme ein, die eben auch Viren enthalten. Damit kommen Menschen in Kontakt zu Krankheiten. Die Folgen menschlichen Fehlverhaltens bleiben nicht aus.
„Ihr wart wie die irrenden Schafe“, schreibt der Apostel Petrus an seine Gemeinden. „Aber ihr seid nun umgekehrt zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen.“ Was für ein wunderbares Bild malt er uns hier vor Augen! Im Glauben geschieht eine Art Ausgangssperre für den irrenden, orientierungslosen Menschen. Gottes guter Geist schenkt uns in der Stille einen inneren Kompass, mit dem wir dann wieder herausgehen können ins Leben. Der Glaube schenkt uns Orientierung. Denn wir folgen Jesus Christus, dem „guten Hirten und Bischof unserer Seelen“. Er zeigt uns den Weg, den wir gehen können. Auf ihn gehen wir zu. Er schenkt unserer Seele Frieden. Wie ermutigend und tröstlich sind diese Bilder von Jesus Christus:
Christus – der Bischof unserer Seelen. Die Menschen aus unserer Gemeinde, mit denen ich telefoniere, kommen mit der Lage meist zurecht – auch wenn das Alleinsein manchen schwerfällt. Man kann ihnen abspüren, wie sie getragen werden, wie sie sich geborgen wissen bei Jesus Christus. Er ist spürbar an unserer Seite: Der gute Hirte und Bischof der Seelen.
Aus diesem Vertrauen heraus erwächst dann auch eine Orientierung. Ich sehe diese Krise als so etwas wie einen Ruf zur Umkehr, von der der Apostel schreibt. Uns wird Zeit geschenkt, in uns zu gehen, einen anderen Lebensstil auszuprobieren. Viele merken, wie gut es tut, einfach Zeit zu haben für die Familie. Viele greifen erstmals wieder zu ihrem Instrument, lesen ein Buch, kümmern sich um ihre Nachbarn, kaufen für sie ein, tragen Andachten aus. Vielleicht erkennen wir Christen es in der Nachfolge Jesu leichter: Es gibt auch ein Leben, in dem die wesentlichen Dinge eine größere Rolle spielen; ein Leben ohne Hektik und ohne den riesigen Verbrauch an Ressourcen; ein Leben für Gott und andere Menschen.
In dieser Zeit spüren wir es vielleicht anders als sonst: Christus ist unser guter Hirte und Bischof unserer Seelen. Er weiß einen Weg für uns; er schenkt uns Frieden.
Amen.

Gebet
Barmherziger Gott,
wir bitten Dich um die Kraft, auch weiterhin durchzuhalten, wo Normalität immer noch in weiter Ferne ist.
Wir bitten Dich für alle, deren Pläne durch die Krise zunichte gemacht worden sind, die ihre Taufe, ihre Hochzeit, ihre Geburtstagsfeier oder ihr Familientreffen absagen mussten.
Wir bitten Dich für die, die noch lange keine Einnahmen haben werden und nicht wissen, was aus ihren Existenzen wird.
Wir bitten Dich für die, die in Pflegeheimen und Krankenhäusern isoliert sind. Wir bitten Dich für die Sterbenden.
Sei Du spürbar der Gute Hirte und Bischof unserer Seelen.
Mit den Worten Jesu bitten wir Dich:

Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
Amen.

Diese Andacht ist unter folgendem Link aufzurufen: https://www.youtube.com/watch?v=8j93xu0OEzE

Auf dem youtube-Kanal der Gemeinde stellen wir jede Woche eine neue Andacht ein, die Sie unter https://www.youtube.com/channel/UCJhc6o1XOMRrnUSdYQ32t9A abrufen können.

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