Andacht zum Sonntag Kantate, 10. Mai 2020

We are sorry - this page is not available in your language.
You might use Google Translate™ to get an automatically translated version of this page by clicking the following link:

Predigtarchiv

Andacht zum Sonntag Kantate, 10. Mai 2020

10.05.2020

gehalten von Prädikantin Katrin Hutzschenreuter

Liebe Schwestern und Brüder,
zu allen Zeiten haben die Menschen gesungen. Es gibt Wiegenlieder, Klagelieder, Loblieder, den Gesang im Fußballstadion.
Menschen singen unter der Dusche oder im Auto. Die Bibel enthält ein ganzes Buch mit Liedern, die Psalmen, und hat uns das Loblied der Maria überliefert. Der Sonntag heute fordert uns auf, zu singen. Kantate! Singt!
Wenn ich Sie jetzt bitten würde, nach einigen Sekunden Bedenkzeit Sprichwörter oder Redensarten zu nennen, die sich mit dem Thema Singen und Musik befassen, würden Ihnen sicher eine Menge einfallen. „Singe, wem Gesang gegeben“, „Wo man singt, da lass dich ruhig nieder“, und viele andere gibt es. Musik begleitet den Menschen Zeit seines Lebens.
Singt dem Herrn! So lautet die Einladung an uns. Wir sind aufgefordert, einzustimmen in den Gesang der Gläubigen. Ein neues Lied sollen wir Gott singen, weil er Wunder tut.
Manchmal erklingen nur noch Seufzer, es kann passieren, dass mir die Worte im Hals stecken bleiben. Sie wollen mir nicht über die Lippen, meine Lebensmelodie wandelt sich von Dur in Moll. Es genügt schon ein Brief, ein Anruf, eine Diagnose. Aber wo steht denn, dass es nur Loblieder sein müssen, die wir singen? Auch Zorn und Trauer und Angst und Ärger und Wut haben ihren Platz und sind bei Gott gut aufgehoben. Wir dürfen uns bei Gott beschweren, ihm unser Leid klagen. Wir haben von unserem Schöpfer eine ganze Menge von Gefühlen mitbekommen, die wir alle benutzen dürfen. Wir dürfen weinen und traurig sein. Wir müssen uns keine frommen Vertröstungen anhören. Wir dürfen hadern und fragen: Gott, wo bist du? Warum zeigst du dich nicht? Schnüren Sie Ihre Kehle auf. Wir müssen keine Heilige sein und kein Held. Gehen Sie zu Gott. Tun Sie es, um nicht bitter zu werden. Tun sie es,damit Sie nicht verzagen.Er lädt uns ein: kommt her zu mir, die ihr mühselig und beladen seid. Und wenn uns selbst die Worte fehlen – dürfen wir uns  ungeniert bedienen an den Texten anderer. Lesen Sie mal in den Psalmen, vielleicht sind Sie überrascht, welch eine Fülle von Gefühlen darin schwingen. Da findet sich nicht nur Lob, sondern auch Anklage, sogar Rachegelüste hat da einer formuliert.
Ein Lied  kann den Schreck in Worte fassen und kann Trübsal vertreiben. Ein Lied kann ein Schutzmantel sein vor Resignation und Hoffnungslosigkeit. Ein Lied kann mutig machen, auch widerspenstig, kann den Unterdrückern eine Nase drehen. Eine Melodie, frech dahin gepfiffen, kann den Gleichschritt von marschierenden Stiefeln durcheinander und eine ganze Armee ins Stolpern bringen. Eine Strophe zur rechten Zeit kann die Massen aus der Lethargie wecken, das Volk wie ein Sturmwind aufwirbeln, zum Zeichen einer Veränderung werden.
Lobgesang, der das Seufzen nicht vergisst.
Wir sind eingeladen, einzustimmen in den Gesang aller Kinder Gottes. Unser Lied soll aus den Heiligen Hallen heraus wandern. Alle Welt soll wissen, wer dieser Gott ist. Ein erdumspannendes Lied, das durch die Zeiten klingt. Und wir sind Teil dieses großen Chores. Darum – singt dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder.
Amen.

Katrin Hutzschenreuter

FürbittenNeue und alte Lieder wollen wir dir singen, Gott,denn unser Glaube lebt in diesen Liedern, die wir dir singen als deine Gemeinde.Doch noch müssen wir leben in dieser liedlosen Zeit,verschlossen die Münder, stumm die Instrumente, hier bei uns und an vielen Orten dieser Erde.Aber unser Gebet können wir dir sagen, gemeinsam vor dich treten,das vor dich bringen, was uns bewegt, was dein Geist uns eingibt.So bitten wir für die Menschen,die krank sind und im sterben liegen, und für die, die sich um sie kümmern.So bitten wir für die Menschen,die sich um die Seelen der Einsamen sorgen, die Verbindung und Nähe schaffen.So bitten wir für all die Menschen,die in Sorge sind um ihren Lebensunterhalt,und für die, die Verantwortung für das wirtschaftliche Leben übernehmen.Wir bitten dich für die,die Entscheidungen zu treffen haben, segne sie mit Weisheit.Wir sehnen uns zurück nach einem Lebenmit frohen Liedern, offenen Gesichtern und herzlichen Begegnungen.So bitten wir dich: Komm uns entgegen, du unser Gott!
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
Amen.     

Hinweis:

Am Sonntag können Sie im MDR, 10:00 Uhr, einen Gottesdienst aus unserem Dom am Fernseher mitfeiern. In Großschirma wird 10:00 Uhr ein Gottesdienst zum Thema „Vertrauen“ stattfinden.
Auch im Internet finden Sie – so Sie mögen – etliche Gottesdienstangebote.
Auf dem youtube-Kanal der Gemeinde finden Sie einen Gedenkgottesdienst anlässlich „75 Jahre Tag der Befreiung“ unter https://www.youtube.com/channel/UCJhc6o1XOMRrnUSdYQ32t9A.

Spendenmöglichkeit:
Gustav-Adolf-Werk:
Das GAW unterstützt seine Partnerkirchen beim Gemeindeaufbau, bei der Renovierung, beim Kauf und beim Neubau von Kirchen und Gemeinderäumen, bei sozialdiakonischen und missionarischen Aufgaben, bei der Aus- und Weiterbildung von kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern u. a.
IBAN: DE42 3506 0190 0000 4499 11, BIC: GENODED1DKD (KD-Bank)

Kollekte am Sonntag Kantate:
Kirchenmusik
IBAN: DE86 3506 0190 1617 2090 35
BIC: GENODED1DKD
Verw.-Zw.: RT 1301 Kollekte 10.05.

all news


Kommentare

No comments

Add comment

Fields marked with an asterisk (*) must be filled.

to top